Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 11. (1958)

BLAAS, Richard: Das kaiserliche Auditoriat bei der Sacra Rota Romana

Richard Blaas 112 point me compromettre envers d’autres et d’après la dignité convenable aux deux partis. Je n’appréhende point d’ailleurs que d’autres demandent cette prérogative, il y a trop de bonnes raisons à donner à ceux qui la prétendraient, mais je ai d’autres difficultés sur lesquelles je dois me consulter, il faut me laisser un peu de temps. Renouveller des prérogatives de ce genre lorsqu’elles s’éteignent, est un objet qui mérité quelque con­sideration. Il est très probable qu’avec le temps ceux qui la possèdent n’y attacheront plus un prix, qui d’après la variation des temps est devenu sans but et il n’y auroit guères de raison au fait pour que des Étrangers composent ce Tribunal, les motifs en ayant cessé 300 301 302). Der Bitte der Kurie, das Präsentationsschreiben vorläufig zurückzubehalten, glaubte Lebzeltern auf Grund der ihm erteilten Instruktionen nicht entsprechen zu können. Er übergab das kaiserliche Präsentationsschreiben in offizieller Form am 22. April 1807 dem päpstlichen Staatssekretariat501). Der Kardinalstaats­sekretär nahm die Übergabe nicht zur Kenntnis und bestätigte in seiner Antwortnote weder den Empfang der Note confidentielle noch den Emp­fang des Präsentationsschreibens, sondern teilte nur mit: Il Cardinale Segre- tario di Stato ha avuto l’ordine da Sua Santità di significare a V. S. III. che sul noto aff are dell’Uditoriato di Rota va ad intendersela direttamente con S. M. VImperatore d’Austria 302). Damit war der Kampf um das Ernennungsrecht auf seinem Kulminationspunkt. Der Papst glaubte in seiner damaligen Lage, weder einer einfachen Übertragung der Prärogative des alten Reiches auf dien Kaiser von Österreich zustimmen, noch die Verleihung eines neuen Nominationsrechtes an Österreich, wie es in den letzten Verhandlungen beansprucht worden war, im jetzigen Zeit­punkt vornehmen zu können; der Wiener Hof hinwieder hatte, gestützt auf die ursprünglich positiven Zusagen des Kardinalstaatssekretärs und des Wiener Nuntius, die Ernennung bereits vollzogen, sie war nun sowohl in Wien als auch in Rom publik und man war nicht geneigt, die allerhöchste Entschließung zurückzunehmen. Um es nun nicht wegen dieser Frage zu einer ernstlichen Gefährdung der Beziehungen zwischen Wien und Rom kommen zu lassen, woran die Kurie in ihrer damaligen Lage sicher nicht im entferntesten dachte, versuchte der Papst, durch seine persönliche Intervention das zu erreichen, was ihm vorläufig allein maßgebend schien, nämlich einen Aufschub der Entscheidung. Diesem Zwecke diente zu­nächst ein umfangreiches Promemoria des Kardinalstaatssekretärs 303), 300) 1. c. Bericht Lebzelterns vom 18. April 1807. 301) 1. c. Beilage zu Bericht vom 25. April: Note des österr. Vertreters an den Kardinal-Staatssekretär betreffend das Präsentationsschreiben für Odes- calchi und Note confidentielle an denselben, beide Noten vom 22. April 1807 (Abschriften). 302) Inhalt des Billetes des Kardinalstaatssekretärs im Bericht Lebzelterns vom 2. Mai 1807. 303) 1. c. In dem Promemoria des Staatssekretärs vom 16. Mai 1807 wurde vor allem die Einleitung des Ernennungsschreiben für Odescalchi kritisiert. Das

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