Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10. (1957)

PILLICH, Walter: Die Flüchtung der Schatzkammer, des Archivs und der Hofbibliothek aus Wien im Jahre 1683

Flüchtling der Schatzkammer, des Archivs und der Hofbibliothek aus Wien 147 Schatzkammer, dem unzweifelhaft auch finanzpolitische Motive zugrunde liegen 61), schloß sich jener der Schriftdenkmäler an, wobei dem Hausarchiv mengenmäßig der Vorrang zukam. Schließlich folgten dem Bergungszug noch durch Initiative des kaiserlichen Bibliothekars Teile der Hofbibliothek, wobei die Auswahl der Handschriften sicher auch nach dem Hause Habs­burg genehmen Gesichtspunkten erfolgte. So scheinen uns heute alle diese Bergungsmaßnahmen fast wie die Grundsätze der Denkmalpflege unseres Jahrhunderts, daß nämlich die rechtzeitige und vorbereitete Bergung der beste Schutz für die Kulturgüter im Kriege ist62). bi) Am 6. Juli 1683, am selben Tag, als der kaiserliche Schatz von Wien weggeführt wurde, fand noch auf Anordnung des Kaisers eine Beratung über geeignete Maßnahmen zur Beschaffung der Geldmittel für den Türkenkrieg statt. Hiebei wurde im gefaßten Memorandum unter Punkt 22 erwähnt: „So wehren auch Kays. Kleynodien und Schaz Sachen, hievor versezet worden, und etwan auch das übrige Silber anzugreiffen,“ H.K.A., Akten der Hoffinanz 1683 Juli 6. Wien, siehe auch Sturminger, n. 2152, Bd. I, S. 62 f. 62) Max Dvorák, Einrichtungen des Kunstschutzes in Österreich, in Paul Clemen, Kunstschutz im Kriege, II. Bd., Leipzig 1919, S. 9. 10*

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