Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10. (1957)

BONACKER, Wilhelm: Leben und Werk des österreichischen Militärkartographen Cyriak Blödner (1672–1733)

Leben und Werk des österr. Militärkartographen Cyriak Blödner (1672—1733) 135 Cyriak Blödner war der unmittelbare Vorläufer der österreichischen Kartographen Peter An ich (1723—66), Phil. Frhr. v. Elmpt (1724— 1795), Joh. Lambert v. Kohlleffel (+ 1763), Jos. L i e s g a n i g (1719 —1799), Dominik Tamiotti d e F a b r i s (1725—89) und der Kartographen Joh. Leop. Maximilian Keyl (1724—93), Nürnberg, Tobias Konrad Lot­ter (1717—77), Augsburg, und Barth. M a y e r d. J. (1693—1767), Cann­statt, sowie des Militärkartographen Isaak Jakob Petri (1701—76), Berlin. Erst ein solcher Hinweis vermag die Bedeutung Blödner’s ins rechte Licht zu rücken, da keiner der hier angeführten und im deutschen Kultur­kreis zu benennenden Kartographen — Lotter und Petri ausgenommen — ihn im Umfang des Schaffens zu erreichen vermochte. Einzig der Umstand, daß ein Großteil der Verebnungen seiner Zeit­genossen und Nachfolger in Druck erschienen und damit auch eine z. T. beachtliche Auswertung erfuhren, ist es zuzuschreiben, daß diese Karto­graphen der Nachwelt bekannt wurden, während Blödner nahezu im Dunkel verblieb. Selbst K. v. Haradauer wußte nichts von seinen Kartierun­gen; obwohl er Meichsner erwähnt, fehlt jeder Hinweis auf B. Es ist daher nicht verwunderlich, daß er solcherart zu einem Fehlbefund gelangte, der auch von anderen übernommen wurde: „Als hervorragendster Kartograph der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts muß entschieden der Nürnberger Joh. Chr. Müller bezeichnet werden“ 79). Die Gunst der Umstände blieb B. und seinen Landtafeln, die ins Archiv genommen und damit der Öffent­lichkeit, ja selbst dem Kreis der historisch interessierten Kartenfreunde, entzogen wurden, versagt. Es ist mir ein Bedürfnis, den Herren Amtmann H. Bosse (Karlsruhe), Museumsdirektor Dr. W. Fleischhauer (Stuttgart), Dr. M. Gottlieb (Kirch- heim u. T.), Dipl.-Ing. R. Haardt (Wien), Staatsbibliothekar Dr. R. Kinauer (Wien), Staatsarchivdirektor Dr. M. Krebs (Karlsruhe), Oberst a. D. J. Magschitz (Wien) einschließlich den Herren seiner Dienststelle, Verleger K. Mair f (Stuttgart), Oberbibliotheksrat Dr. E. Neuscheler (Tübingen), Staatsarchivdirektor Dr. M. Miller (Stuttgart), Hofrat Dr. P. G. Rath (Wien), Hofrat Dr.-Ing. 0. Regele, General a. D. (Wien), Stadtarchivdirektor Dr. H. Schiller (Stuttgart), Staatsarchivrat Dr. E. Stemmier (Ludwigsburg) und Prof. Dr. G. Wais (Stuttgart) für die Förderung, die sie dieser Arbeit zuteil werden ließen, auch an dieser Stelle verbindlichtst zu danken. Darüber hinaus bin ich Herrn Hofrat Regele für die Erlaubnis der Wiedergabe der Tafeln und Frau E. Ramhardter (Wien) für ihr immer bereites, vielfältiges Mühen besonders verpflichtet. 79) K. v. Haradauer: Entwicklung der Kartographie von Österreich- Ungarn mit besonderer Berücksichtigung offizieller Kartenwerke. (Verh. d. IX. Dtsch. Geogr.T., S. 259). Wien, 1891. — S. 269.

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