Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10. (1957)
BONACKER, Wilhelm: Leben und Werk des österreichischen Militärkartographen Cyriak Blödner (1672–1733)
Leben und Werk des österr. Militärkartographen Cyriak Blödner (1672—1733) 125 4. Form und Gestalt der Widmungen. Die Karten 1, 2, 3, 6, 8, 10, 12, 13, 15 und 16 widmete Blödner, als Zeichen seiner Verehrung, seinem hohen Dienstherrn, dem Prinzen Eugen von Savoyen (1663—1736). Es ist aber merkwürdig, daß er keine der Landkarten seinem eigentlichen Landesherrn, dem Herzog Eberhard Lud- w i g von Württemberg, zueignete, obwohl er dessen Wohlwollen, bei verschiedenen Gelegenheiten bezeugt, genoß. Bis auf wenige Ausnahmen, wo französisch zur Anwendung kam, bringt B. seine Verehrung in deutscher Sprache zum Ausdruck, wie dem nachstehenden Beispiel — der Karte Nr. 13 entlehnt — zu entnehmen ist. Dem / Durchleuchtigsten / Fürsten und Herren Herren / EUGENIO FRAN- ZISCO I Herzogen von Savoye und Piemont, / Marggraffen zu Saluzzo, Ritter des Guide / nen Vellens, der Römis. Kays, wie auch La Hispanien, Hungarn und Böheimb Königl. Ma- / jest. u. Geheimbrten Rath, und Hoff- Kriegs- Raths / Praesidenten, General-Lieutnanten, Feld-jMarschallen, bestellten Obristen über ein / Regiment Dragoner, wie auch Guber- / natoren und Capit. Gen. des May- ländischen / Staats, Des Heil. Rom. Reichs Feld-Marschall / Meinen Gnädigst'. Fürsten u. Herrn Herrn. 5. Namengebung und Beschriftung. Wandelbar, wie vieles im wechselvollen Geschehen, im unergründlichen Ablauf der Geschichte eines Volkes, ist auch die Schreibung der geographischen Namen seines Lebensraumes. Wir müssen uns notgedrungen darauf beschränken, diesem Gegenstand, der bei der Behandlung der Tafeln Blödner’s nicht umgangen werden kann, an Hand einiger Beispiele näher zu treten, die der Karte 33 entnommen sind. Es handelt sich hierbei um größere Städte, die im Grundriß Aufnahme gefunden haben: Basel, Coblenz, Costanz, Frankfurth, Freiburg, Hanau, Kayserslautern, Mayntz, Schafhausen, Speyer, Strasburg, Studgard, Ulm, Würtzburg, Zürich. Namen weiterer Orte weist unsere Zusammenstellung des Kartenwerkes dort nach, wo Ortsnamen zur Kennzeichnung der Ausdehnung der einzelnen Karten zu dienen hatten. Da und dort haben wir in anderen seiner Landtafeln auch hiervon abweichende Schreibweisen vorgefunden; die Benennungen waren keineswegs feststehend, sondern unterlagen selbst im gleichen Zeitraum auch gewissen Schwankungen. Nur im Elsaß werden die Namen von B. gelegentlich in französischer Schreibweise eingetragen. Es wäre ein verdienstvolles Unternehmen, der Blödner’schen Ortsnamenschreibung nachzugehen, ihre Stellung zur Schreibweise der Zeit ihrer Fertigung und im Wandel zur derzeitigen Benennung zu verfolgen. Sämtliche Karten hat B. licht behandelt, jede Anhäufung und Überladung vermieden. Eine solche Kartierung kommt besonders der Kartenschrift zustatten, die er stehend und vorwärts geneigt in offenen Formen und mit einem gewissen Fluß mit der Römischen und der Kursivschrift —