Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 9. (1956)

WAGNER, Hans: Die Briefsammlung Gauchez

578 Archivberichte cacherai pas que la décision du Prince me ravit, car j’ai été toujours contre la vente de ce meuble, que j’aime ä la folie“ 14). Und das nach einer Viel­zahl von Briefen, Telegrammen und sicher zeitraubenden Verhandlungen des Händlers. Leider ist kein Konzept der Antwort Gauchez’ erhalten. Bei seinen sonstigen Transaktionen muß Gauchez eine glücklichere Hand gehabt haben. Schon 1883 konnte er als Gönner seiner Vaterstadt Brüssel auftreten. Aus den Durchschriften seiner eigenen Briefe — sonst eine Seltenheit in der Sammlung — und den Dankschreiben des Bürger­meisters Buls von Brüssel geht hervor, daß Gauchez Bücher und Bilder für das Stadtmuseum gestiftet hat. Unter den Bildern befanden sich drei­zehn Miniaturen von Jean-Baptiste Augustin und vor allem ein großes Bild des Admirals de Witt von Ferdinand Bol. Die Schenkung war an die Be­dingung strengster Anonymität geknüpft, es wurde lediglich der Wunsch nach der Stellung eines Lokals für die städtische Bibliothek ausgesprochen. Bürgermeister Buls bedankte sich besonders für das Porträt von Bol und bedauerte, daß die Öffentlichkeit den Namen des Spenders nicht erfahren durfte i*). Im Inhalt der Briefe der Sammlung spielt die Kunstzeitschrift „L’Art“ eine bedeutende Rolle. Aus der Verbindung von Gauchez mit dieser Zeit­schrift stammt ein großer Teil der erhaltenen Briefe. Als Kunsthändler war Gauchez an einer die Käufer beeinflussenden Zeitschrift interessiert, er mußte sich aber gleichzeitig vor einem Hervortreten in der Öffentlich­keit hüten. Ständig ist in den Briefen von „seiner Zeitschrift“ die Rede, er wird aber niemals als Eigentümer oder Herausgeber in der von 1875 bis 1893 in Paris erscheinenden Monatsschrift angeführt. Zuerst ist sein Jugendfreund Eugene Véron'«) geschäftsführender Direktor, seit 1878 mit dem Titel Generaldirektor, mit Charles Tardieu als Chefredakteur. 1884 trat Paul Leroi an die Stelle Tardieus und übernahm später auch die Gesamtredaktion. Ihm folgten 1891 Théophile Chauvel und Emile Molinier. Von allen diesen Mitarbeitern sind zahlreiche Briefe, meist an Gauchez, erhalten, ebenso von den bei der Illustrierung beschäftigten Künstlern, wie vom bekannten Radierer und Kupferstecher Charles Waltner, Léon Gau- cherel, Edmond Yon, Auguste Ian-jon und anderen. Von 1883 bis 1891 erschien neben der „L’Art“ noch eine kleinere Zeitschrift als „Courrier de l’Art“, der die von der „L’Art“ ausgeschiedenen Mitteilungen, Auktions­und Museumsberichte und andere, ständig wiederkehrende Rubriken über­nahm. Die Zeitschrift „L’Art“ selbst war im Großformat mit vielen Bildbei­gaben luxuriös ausgestattet. Ihr Gebiet erstreckte sich, wie es im Vorwort der ersten Nummer angegeben ist, auf „Malerei, Bildhauerei, Architektur, * 22 14) Brief vom 25. II. 1878. is) Brief Gauchez’ von 1883 III 22 und Briefe von Buls vom 29. III. und 22. IV. 1883. is) 30 Briefe Vérons an Gauchez von 1868 bis 1877 bilden den besten Beweis für die — in der Zeitschrift nicht genannte — Stellung von Gauchez zur „L’Art“. Véron wurde von Gauchez zuerst zur Mitarbeit an der „Gazette des Beaux Arts“ und dann an der „L’Art“ selbst herangezogen. In letzterer Tätigkeit erhielt Véron direkt von Gauchez monatlich 500 Francs, wie mehrere Quittungen beweisen.

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