Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 8. (1955)
KRAUS, Wilhelm: 10 Jahre Österreichisches Staatsarchiv 1945–1955
Österreich 243 tigung des Archivpersonals erlassen. Demnach umfaßte der Wirkungskreis der Generaldirektion: 1. Die Oberleitung der wissenschaftlichen Agenden. — 2. Den Auf- und Ausbau des Personalstandes durch die jährliche Erstellung des Dienstpostenplanes; die Abwicklung des Mehrstandes; das Ausscheiden des Personals und die erforderlichen Neueinstellungen. — 3. Die Archivverhandlungen mit den Alliierten (Zonenmächten). — 4. Die alljährliche Erstellung des Budgets für das ÖStA. für den jährlichen Bundesvoranschlag. — 5. Alle Gebäudefragen und Inneneinrichtungen. — 6. Die Durchführung der Rücktransporte des im 2. Weltkrieg verlagerten Archivgutes. — 7. Abschluß von Archiv-Abkommen mit der tschechoslowakischen Regierung in Prag. — 8. Die Rückstellungen des nach Österreich verbrachten Archivgutes. — 9. Ausbau der Dienstzweige-Verordnung durch Aufnahme und Ausbau des Dienstzweiges „Archivdienst“ ; Erstattung von Vorschlägen für die Prüfungsordnungen und Prüfungskommissionen. — 10. Führung der Qualifikationstabellen, Einberufung der Qualifikationskommissionen und Qualifizierung der Beamten des ÖStA. — 11. Feuerschutzangelegenheiten. — 12. Die periodische Herausgabe des Personalstandesverzeichnisses8). — 13. Archivalienankäufe und Bücherbestellungen. — 14. Die Organisierung größerer Skartierungsarbeiten seit 1951. — 15. Abhaltung der monatlichen internen Leiter-Sitzungen zwecks Regelung aller gemeinsamen Archivfragen. — 16. Organisierung der periodischen österr. Archivdirektoren- und -Leiter-Konferenzen, Mitarbeit an den österr. Archivtagen und Beschickung von nationalen und internationalen Kongressen im Ausland. — 17. Schließlich die Vorarbeiten für ein österreichisches Archiv-Gesetz. Mit Erlaß des BKA. vom 21. 4. 1947, Z. 21.113—1 wurde das schon 1928 (1931) bis 1939 bestandene Archivamt* 7) in Verbindung mit dem ÖStA. wieder ins Leben gerufen, mit Erlaß des BKA. vom 30. 4. 1954, Z. 31.558— Pr. 1 b aber vom ÖStA. wieder losgelöst und dem BKA. unterstellt. Die 1940 eingerichtete Lichtbildstelle des Wiener Reichsarchivs wurde im November 1948 in eine „Fotostelle des BKA. und des ÖStA.“ umgewandelt. Sie erhielt von 1949 bis 1954 allein vom HHStA. — jahrweise sprunghaft von S 13.634.— pro 1949 bis S 500.906.— pro 1954 steigend — Aufträge in der Gesamthöhe von S 893.723.—. 1948 wurde ferner über Auftrag des BKA. angeordnet, daß die einzelnen Archive zu Jahresbeginn einen Bericht über die Tätigkeit des Archivs und die eingetretenen Veränderungen im abgelaufenen Jahr zu erstatten hätten. Einen wesentlichen Fortschritt gegenüber vor 1945 bzw. 1938 brachten die gemäß Punkt 9 des oben zitierten Organisationsplanes von 1949 für den Ausbau des Dienstzweiges „Archivdienst“ im Rahmen der Dienstzweige8) Bisher erschienen 1951, 1953 und 1955. 7) Gesamtinventar des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, 1. Bd., S. 122 f .*. — J. Seidl: a. a. O., S. 17 ff. 16*