Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung
WIESSNER, Hermann: Der Stand der Urkundenedition in Kärnten
Der Stand der Urkundenedition in Kärnten 519 Auch der Urkundenbestand des Benediktineriinnenstiftes St. Georgen am Längssee wurde gelegentlich der Aufhebung des Klosters schwer beeinträchtigt. Zum Glück blieb das zunächst verloren geglaubte Kopialbuch 21) erhalten und befindet sich heute im Kärntner Landesarchiv, desgleichen ein Handschriftenfragment mit Kegesten22). In die Zeitspanne von 1268 bis 1286 fallen 3 Originale mit den seltenen Siegeln Herzog Philipps und 3 Abschriften, die das Kopialbuch überliefert. Alle 6 Urkunden sind bislang unediert. Das Kloster Arnoldstein23), dessen Archiv durch die Grenzlage sehr beeinträchtigt wurde, liefert für unsere Epoche nur 1 Original im Kärntner Landesarchiv und eine Kopie im Staatsarchiv in Venedig. Beide Stücke sind bisher unediert. Von den Kärntner Propsteien ist Maria Saal mit einer Kopie in der Vatikanischen Bibliothek, die Propstei Maria Wörth mit ihrem politisch ungemein wendigen Propst Heinrich mit 2 Originalen, 1 Formel und 2 Kopien in den Archiven von München, Rom und Udine, die Propstei Völkermai’kt mit einer Kopie vertreten. Der Deutschorden in Friesach ist durch 2 Originale im Wiener Deutschordensarchiv und eine Kopie in der Vatikanischen Bibliothek, die Propsteikirche St. Virgil mit einer Kopie ebenfalls in Rom, die Dominikaner mit einer Kopie im Kopialbuch im Kärntner Landesarchiv, die Propsteien St. Bartholomä und St. Moriz sind mit je einem Original im österreichischen Staatsarchiv vertreten. Von den einheimischen weltlichen Herrschaften sind einmal die Grafen von Heunburg zu nennen24 25). Es handelt sich um 13 Urkunden, 5 Originale und 8 Abschriften. Die Originale befinden sich im österreichischen Staatsarchiv, im Steirischen Landesarchiv, im Kärntner Landesarchiv und im Schloßarchiv von Nikolsburg, heute in der Tschechoslowakei gelegen. Die Kopien befinden sich zum Teil im Kopialbuch des Klosters Griffen oder in den Bamberger Codices des österreichischen Staatsarchives. Die Urkunden sind bisher nur in Regestenform bekannt. Von den Grafen von Ortenburg2ä) kommen zwischen 1269 und 1286 4 Originale und eine Kopie in Betracht. Die Originale sind zum Teil im Österreichischen Staatsarchiv, zum Teil im Niederösterreichischen Landesarchiv. Von kleineren einheimsichen Geschlechtern sind zu nennen: die Grafen von Sternberg mit 3 Urkunden im Kärntner Landesarchiv und im österreichischen Staatsarchiv, Otto von Finkenstein mit 2 Originalen und einer Kopie im Österreichischen Staatsarchiv und im Archiv Graf Wlczek, die 24) KLA. Kopialbuch, Handsohriftenreihe 2/28. ää) KLA. Handschriftenreihe 9/35. 23) Laschitzer, a. a. 0., Carinthia 1883, S. 187. 24) Tangl, AföG. XIX, XXV und Notizblatt 1858. 25) Tangl, AföG. XXX und XXXVI.