Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

WIESSNER, Hermann: Der Stand der Urkundenedition in Kärnten

Der Stand der Urkundenedition in Kärnten 517 Von den erzählenden Quellen sind für Philipp vorzüglich die Annales Foroiulienses, die österreichische Reimchronik und Johann von Viktring zu nennen. Was die heimischen geistlichen Grundherrschaften betrifft, so reiht hier an erster Stelle das Bistum und Kapitel von Gurk. Unter den Bischöfen dieser Epoche nimmt Bischof Johann als Diplomat im Verkehr König Rudolfs mit der Kurie eine bedeutsame Stellung ein. Von den 19 Siegel­urkunden sind 11 bis heute unediert. Sie verteilen sich wie folgt: auf das Kärntner Landesarchiv 13, auf das fürstbischöfliche Diözesanarchiv in Klagenfurt 1, auf das Archiv des Stiftes St. Paul 1, auf das Österreichische Staatsarchiv 3 und auf das Reichsarchiv in München 1. Von den 5 in Betracht kommenden Kopien sind 3 in den Gurker Kopialbüchern des Kärntner Landesarchives, 1 in der Vatikanischen Bibliothek (Codex Otto- bonianus) und 1 im Formelbuch König Albrechts im österreichischen Staatsarchiv 3). Der Urkundenbestand des Bistums Lavant mit dem Sitz in St. Andrä war scheinbar nie groß4). Aufzeichnungen über den Bestand lieferte der Dompropst Seyfried von Sugart 5). Fragmente dieser Handschrift haben sich im Kärntner Landesarchiv erhalten6). Ferners ist in Trudpert Neu- garts Episcopatus Lavantinus ein Chartular des Dompropstes Mayr auf­genommen7). In unsere Zeitspanne fallen 7 Siegelurkunden, von denen 4 im österreichischen Staatsarchiv, 2 im Steirischen Landesarchiv und 1 in St. Paul aufbewahrt sind. Das Griffener Kopialbuch8) im Kärntner Landesarchiv enthält eine Urkundenabschrift, das Bistum Lavant betref­fend. Die vorerwähnten Urkunden sind bisher nur in Regestenform ediert. An der Spitze der Kärntner Klöster steht in diesem Zeitraum, was die Zahl der Urkunden betrifft, Viktring an der Spitze. Es handelt sich um 22 Siegelurkunden und 8 Urkundenabschriften. Das Viktringer Archiv9) zählt zu den besterhaltenen Klosterarchiven Kärntens. Es erlitt bei der Auflösung keine Einbußen und die Bestände fanden vollzählig ihren Weg in das Landesarchiv. Von den 22 Originalen sind 21 im Kärntner Landesarchiv und 1 im Steirischen Landesarchiv. 3 sind davon bis heute ediert, der Rest nicht einmal in Regestenform bekannt. Die Urkundenabschriften ■— es kommen für unseren Zeitraum 8 in Betracht — sind in den Viktringer Kopial­büchern im hiesigen Archiv enthalten10). 3) Codex Nr. 53. ■>) Carinthia 1883. S. Laschitzer, Gesell, d. Klosterbibliotheken und Archive Kärntens zur Zeit ihrer Aufhebung unter Kaiser Josef II., S. 140. s) Vgl. Jaksch, MDCIII, S. XVIII. °) KLA. Handsehriftensammlung 7/32. 7) Tangl, Reihe der Bischöfe von Lavant. s) KLA. Handschriftenreihe Nr. 2/15. *) Laschitzer, a. a. O., S. 173 ff. 10) KLA. Handsehriftensammlung, 1/2, 1/3, 1/4 und 2/1.

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