Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

SANTIFALLER, Bertha – SANTIFALLER, Leo: Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500

Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500 405 zinium. — Siegler: Gonrad, Generalvikar. — Orig.Perg. 1 S. an roter Seidenschnur. — Druck: Santifaller, Archive DST. S. 196 n. 10. — Regest: Archiv-Berichte 3 n. 1633. — Vgl. Tinkhauser-Rapp 1, S. 430; Vittur, Enneberg S. 206. — „Das Vorhandensein einer Kapelle zu Ehren König Heinrich II., des Heiligen auf Sonnenburgischem Ge­biet ist beachtenswert. Bekanntlich wurde im 13. Jahrhundert mit Hilfe eines Diploms K. Friedrichs I. für Kloster Neustift ein Diplom auf den Namen König Heinrichs II. für das Kloster Sonnenburg zum Jahre 1018 gefälscht (vgl. Hirsch H. in Mitteil, des Instituts f. österr. Geschichtsforschung, Ergb. 7, 1907, 474—478). Die Verehrung König Heinrichs war sonst im Bistum Brixen nicht verbreitet; bei allerdings sehr eiliger Durchsicht von Tinkhauser-Rapp, Weingart­ner Kunstdenkmäler, Fink, Kirchenpatrozinien (ohne Heiligenregi­ster!) und des Diözesan-Schematismus konnte ich diesen Heiligen nicht nachweisen; die älteren Kalendarien des Brixner Bistums vom 12. bis 14. Jahrhundert kennen Heinrich den Heiligen nicht; erst das Neustifter Kalendar des 15. Jahrhunderts führt zum 13. Juli das Gedächtnis „Heinrici regis et confessoris“ an“ (vgl. Santifaller, Ca­lendarium Wintheri S. 375 f„ 384). 11. 1494 Oktober 5, Michaelskapelle zu Enneberg (in supradicta capella sancti Michaelis archangeli, anno a natiuitate domini millesimo quadringentesimo nonagesimo quarto, indictione duodecima, die uero dominica, quinta mensis octobris). Conradus episcopus Belli- nensis, Generalvikar des Bischofs Melchior von Brixen, beurkundet die Weihe der capella sub cripta parrochialis ecclesie beate virgi­nis Marie in Ennebergs in der Brixner Diözese. Er weiht daselbst einen Altar zu Ehren der hl. Christofferi, Sebastiani, Floriani und Barbara, deren Reliquien im Altar eingeschlossen sind, sowie Holz vom Kreuz Christi, Reliquien der 11000 Jungfrauen, der Heiligen Ingenuin und Albuin. — Bischof Konrad verleiht allen jenen, welche diese Kapelle andächtig besuchen oder ein Almosen geben, 40 Tage Ablaß. Ablaßtage: am Weihetag der Pfarrkirche, d. i. am Sonntag nach Allerheiligen, Weihnachten, Beschneidung Christi, Dreikönig­tag, Gründonnerstag, Karfreitag, Auferstehungstag, Christi Him­melfahrt, Trinitatis, Fronleichnam, an allen Marienfesten, Peter und Paul, Bartholomei und der übrigen Apostel, am Tage der Hl. Chri- tofferi, Sebastian, Florian und Barbara, des Erzengels Michael so­wie an den Weihetagen und Patroziniumfesten der Pfarrkirche, der Kapelle und der Altäre. — Siegler: Generalvikar Konrad. — Un­ter der Plika steht: Bartholomeus Hagen supradicti reverendissimi domini domini Melchioris episcopi Brixinensis secretarius ac me­morati parrochialis ecclesie rector manu propria subscripsit. — Orig.Perg. S. an roter Seidenschnur. — Druck: Santifaller, Archive DST. S. 197 n. 11. — Regest: Archiv-Berichte 3 n. 1634. 12 12. 1494 Oktober 20, Brixen (in aula nostra episcopali Brixine die lune vigesima mensis octobris. Anno domini millesimo quadringentesimo

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