Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

SANTIFALLER, Bertha – SANTIFALLER, Leo: Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500

400 Bertha und Leo Santifaller Die Archive der drei genannten Dolomitentäler wurden seinerzeit von Emil von Ottenthal im 1. und 3. Band der Archivberichte aus Tirol (1888 und 1903) beschrieben; auch einzelne Urkundenregesten aus diesen Archiven hat Ottenthal veröffentlicht. Da die Archivberichte vor allem im ersten Bande zunächst nur eine erste Bestandsaufnahme und eine Übersicht im großen bieten wollten, wurde nur eine kleine Auswahl von Urkunden gegeben und die Regesten selbst waren so kurz wie möglich gehalten. Zum Vergleiche sei angeführt, daß die Archivberichte für das Gadertal 72 Ur­kunden enthalten, unsere Ausgabe aber zählt 87 Stücke; für Buchenstein bieten die Archivberichte 41 (Caprile ist in den Archivberichten nicht mit einbezogen) und für Gröden 17 Urkunden, unsere Ausgabe aber enthält zusammen 146 Stücke. Demnach zählen die Archivberichte insgesamt 130 Urkunden, unsere Ausgabe aber bietet 233, also ein Mehr von 103 Stücken. Für die zugrundegegangenen oder bei unserm Besuch nicht mehr auffindbaren Urkunden bzw. für die Urkunden jener Archive, die uns nicht zugänglich waren, haben wir soweit sie in den Archivberichten ent­halten sind, die Regesten derselben wiederholt. Die Art der Bearbeitung der vorliegenden Regesten schließt sich un­mittelbar an die „Regesten des Kirchenarchivs Kastelrut 1295—1570“ (Schlern-Schriftein 2, 1923) an; die wissenschaftliche Kritik hat seinerzeit dieser Art durchaus zugestimmt. Es kam uns darauf an, nicht allein Aus­steller, Empfänger und das wesentliche des Rechts- und Sachinhaltes zu bieten, sondern auch jeden in der Urkunde vorkommenden Personen- und Ortsnamen wiederzugeben. In vielen Fällen haben wir auch versucht, charakteristische Stellen im Wortlaut zu bieten. Sämtliche Originalurkunden sind auf Pergament geschrieben; Original- Papierurkunden sind uns für die Zeit bis 1500 nicht begegnet. Die Ur­kunden des Gadertales und Grodens sind, abgesehen von vier Ausnahmen, Siegelurkunden; nur die Urkunden n. 82 und 83 im Kirchenarchiv Col- fuschg sind Notariatsinstrumente, die eine ausgestellt in Colle St. Lucia und die andere in Meran; die Urkunden n. 213 im Kirchenarchiv St. Ulrich und n. 231 im Kirchenarchiv St. Jakob im Walde sind Notariatsinstru­mente, der Ausstellungsort der ersteren ist aus dem Regest der Archiv­berichte nicht zu ersehen, die zweite ist ausgestellt in St. Christina in Gröden; in Buchenstein zählen wir 41 Notariatsinstrumente und 15 Siegel­urkunden. In St. Lucia ist ein Notariatsinstrument mit Siegeln (n. 129). Von den insgesamt 233 Urkunden sind 114 in lateinischer und 119 in deutscher Sprache abgefaßt; lateinische Urkunden sind die kirchlichen Urkunden, vor allem die Ablaß- und Weiheurkunden, und außerdem die N otariatsinstrumente. Folgende Werke und Abhandlungen wurden wiederholt und in abge­kürzter Form zitiert: Archivberichte aus Tirol, hrsg. von E. von Ottenthal und O. Redlich, Wien, I. Bd., 1888; III. Bd„ 1903. = Archiv-Berichte.

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