Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

SANTIFALLER, Leo: Über die Urkunde für das Breslauer St. Vinzenz-Stift vom Jahre 1139–1149

Über die Urkunde für das Breslauer St. Vinzenzstift 29 lauischen Vorstadt aufm Elbing Anno 1148 unter dem Pohlnischen Nah­men Sobocisce mildreichst geschencket worden, wie solches der Copeil: Fundations-Brieff klar anzeiget. Diesses Gutt hat auch bis anhero den Nahmen Sobocisce in der Pohlnischen Sprach unter den Einwohnern diesses Dorffs und angräntzenden Nachbarschafft unverfälscht bey- behalten, und solchen nur in der deutschen Sprach in Zottwitz abge­ändert). W = Breslau Staatsarchiv, Rep. 135 D 104 (18. Jahrh.) Kostenbluth fol. 36 r n. 1. (Fundations-Gutt: Von dießem 4 Meilen von Breßlau im Neumarck- tischen Weichbilde des Breßlauischen Fürstenthumbs gelegenen Stieffts- Gutt Kostenbluth ist zwar aus dem Fundations-Brieff bekannt, dass Boleslaus IV mit dem Beynahmen Crispus genannt, Fürst, und Regent in Pohlen diesem Stieffts-Städtlein die Marckt-Gerechtigkeit im Jahr 1148 mildreichst verliehen habe. Ob aber aus dießer hießigem Stiefft vor dießes Gutt verliehenen Marckt-Gerechtigkeit geschloßen werden mäße, daß Kostenbluth vorhero, ehe es diesse Gerechtigkeit erhalten, dem Stiefft schon zugeheret habe, und zwar, daß solches bey Erbauung der Stieffts-Kirchen S. Vincentii vor Bresslau, gleich zu Anfang unßerer Fundation im Jahr 1139 mit der zum Stiefft gescheuchten und überge­benen Capellen S. Michaelis unter nachstehenden Worten aus dem Erßten Theil des Fundations-Brieff es: Capellam iuxta monasterium Beatae Mariae semper virginis, quod tunc Petrus aedificabat, in honore sancti Michaelis constructam, cum omnibus etc. quae ad eam pertinent, eidem monasterio et Radulpho eiusdem monasterii abbati primo concessit, et confirmavit semper habendam etc. übergeben seyn möge und daß der Pohlnische Fürst Boleslaus dieße Marckt-Gerechtigkeit dem Stiefft nicht über ein frembdes, sondern hießiger Fundation zugehöriges Städtlein ertheilet haben würde, kann wohl aus diesem jetzt erwähnten Grund von darumben nicht angeführet werden, ....). X = Breslau Staatsarchiv, Rep. 135 D 107 (18. Jahrh.) Ottwitz Seite 1 n. 9, stimmt überein mit U. Y = Breslau Staatsarchiv, Rep. 135 D 117 (18. Jahrh.) Zottwitz Seite 1 n. 25, stimmt überein mit V. Drucke: 1. Hugo, Annales Praemonstr. 2 (1736) Probat. S. DCXC aus E zu 1139/43 (im Text: 1139 und 1149) (beide Teile zusammen). 2. Klose, Von Breslau (1780) S. 219 ff. = Klose, Von Breslau 1 (1781) S. 219 ff., teilweiser Abdruck beider Teile doch in umgekehrter Reihen­folge, aus E zu 1139/1149 (im Text 1139/1148). 3. Mosbach, Piotr syn Wlodzimirza (1865), beide Stücke getrennt; Teil I S. 100 n. 19 (zu 1139), Teil II S. 102 n. 23 (zu 1149); aus E. 4. Schirrmacher, Urkundenbuch der Stadt Liegnitz (1866) S. 1 n. 1 aus E. 5. Häusler, Urkundensammlung von Oels (1883) S. 1 n. 1, beide Teile, aus E. 6. Piekosinski, Monumenta (1897), beide Teile getrennt: Teil I S. 45 n. VI, Teil II S. 72 n. XVI; aus E. 7. Górka, Przyczynki (1911) S. 406; nur zweiter Teil, aus E. 8. Schulte, Die angebliche Urkunde (Zeitsohr. f. Gesch. Schles. 48, 1914) S. 335, aus E. 9. Moepert (1940) aus E. 10. Maleczynski, Codex Diplomaticus Silesiae 1 (1951), beide Stücke getrennt, S. 41 n. 16 und S. 59 n. 25; im wesentlichen wohl aus E (?).

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