Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

WEINZIERL-FISCHER, Erika: Visitationsberichte österreichischer Bischöfe an Kaiser Franz I. (1804–1835)

Visitationsberichte österreichischer Bischöfe an Kaiser Franz I. (1804—1833)» Von Erika Weinzierl-Fischer (Wien). Inhalt: 1. Einleitung: Politische und wirtschaftliche Situation, S. 240. — Kirche und Staat, S. 242. — Die Bischöfe und ihre Berichte, S. 242. — 2. Die staat­lich eingeführten Institutionen: Deutsche Volksschule, S. 247. — Religionsfonds, S. 253. — Armeninstitut, S. 255. — Pockenschutzimpfung, S. 257. — 3. Der Klerus: a) Weltgeistlichkeit: Aufgaben, S. 259. — Geistige Hal­tung, S. 264. ■—- Disziplin, S. 266. — Wirtschaftliche Lage, S. 268. — Nachwuchs, S. 273. — b) Ordensgeistlichkeit: Aufgaben, S. 277. — Wirtschaftliche Lage, S. 280. — Disziplin und Nachwuchs, S. 282. — 4. Das Volk: Religiosität, S. 287. — Protestantismus, S. 294. — Sekten, S. 296. — Sittlichkeit, S. 304. — Soziale und wirtschaftliche Lage, S. 307. — Politische Haltung, S. 310. 1. Einleitung. Im Herbst1) des Jahres 1804 befahl Kaiser Franz I. den Bischöfen der österreichischen Monarchie, ihm über den Zustand ihrer Di­özesen regelmäßig Bericht zu erstatten. Zu diesem Zeitpunkt lag der Tod Josephs II. nur 14 Jahi'e zurück, die genügt hatten, Österreich durch die Folgen der verlorenen Kriege gegen das revolutionäre Frankreich in eine äußerst schwierige außen- und innenpolitische Lage zu bringen2). Das Ende des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, neue opferreiche Kriege gegen Napoleon, Einfälle feindlicher Truppen3) und der Verlust ganzer Provinzen der Monarchie folgten. Die durch diese Verhältnisse her­vorgerufene Teuerung, verbunden mit der durch eine unglückliche Finanz­politik nicht aufzuhaltenden Inflation4), führte schließlich zum „Staats­>) 14. September 1804. — Aus dem Bericht des Bischofs von Agram vom 20. I. 1811, Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, Kaiser-Franz-Akten, Fasz. (— K.F.A.) 231/2/4, da es mir leider nicht möglich war, ein Konzept oder Origi­nal des vermutlich von der Hof- oder Kabinettskanzlei ausgefertigten kaiser­lichen Befehles aufzufinden. 2) Hierzu und für das Folgende vgl. Hugo Hantsch, Die Geschichte Öster­reichs II, Wien 1950, S. 263 ff. 8) Z. B. waren alle an oder in der Nähe der Reicbsistraße Enns—Wien gelegenen Kirchen — St. Pölten und Melk ausgenommen — 1809 von sächsischen und württembergischen Truppen geplündert worden. 1810 XI 8, Bischof (= B.) Creits von St. Pölten, K.F.A. 237/72/1. 4) Adolf Beer, Die Finanzen Österreichs im 19. Jahrhundert, Prag 1877, S. 5 ff.

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