Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)
REGELE, Oskar: Die spanischen Militärarchive
406 Archivberichte sehe Fliegerangriffe 1943 große Schäden erlitten, das Gebäude wurde schwer getroffen und an 500 Faszikel gingen verloren, darunter die wichtigen Parte tribunale, giudiziale sowie das Archivio della Direzione. Das Haus ist mittlerweile wieder hergestellt worden, aber obwohl es die Inschrift „Archivio di Stato“ trägt, werden von diesem nur zwei Stockwerke beansprucht, der Rest dient anderen Zwecken. Zunächst betritt man einen kleinen, noch nicht wieder belegten Ausstellungsraum, daran schließen sich auf der rechten Seite eines langen Korridors die Beamtenzimmer, die Zimmer der Restauratoren und Buchbinder, die Bibliothek sowie der Be- nützer- und der Vortragssaal (Scuola di Paleográfia), da der gegenwärtige, sehr rührige Direktor, Professor Francesco Loddo Canepa, gleichzeitig der Vertreter dieses Faches an der Universität ist. Gegenüber befinden sich die Depots, in denen Holzstellagen, aber auch schon moderne Eisenstellagen zur Aufnahme der vorhandenen 39.381 Aktenfaszikel, der 251 Pergamenthandschriften (die wichtigste der Insel, die carta de logu der Eleonore d’Arborea von 1392, befindet sich in der Universitätsbibliothek von Cagliari) und der 237 Siegel dienen. Staatsarchivare der Gruppe A gibt es 2 (inkl. der Direktor), dazu vier weitere Angestellte. Die Öffnungszeiten sind von 9 bis 14 Uhr. Im Archiv von Cagliari „si conserva tutta la corrispondenza dei viceré sabaudi col governo piemontese e, nel primo, quella tenuta dagli stessi con le autoritä civili ed ecclesiastiche dell’isola“ (F. Loddo Canepa Dizionario archivistico per la Sardegna. 1.1926—1931, S. 26). Die Grundgliederung des Archivs ist im wesentlichen dieselbe wie nach der Instruktion von 1763, nämlich nach Materien, natürlich mit sämtlichen zeitbedingten Auflockerungen: 1. Atti di Stato (di dicasteri degli stati che precedettero il Regno d’Italia); 2. Atti giudiziari; 3. Atti notarili; 4. Atti amministrativi degli uffici soppressi e degli uffici esistenti; 5. Atti di enti morali; 6. Atti di provenienza privata. Die Benützergrenze ist im großen und ganzen vorläufig noch immer 1870 (vgl. Francesco Loddo Canepa II R. archivio di Stato di Cagliari dalle origini ad oggi. Estratto dall’Archivio storico Sardo. 1942, S. 56). Die Bestände beginnen 1323 und reichen bis 1950. SPANIEN. Die spanischen Militärarchive.1) Von Oskar Regele (Wien). Archivo General Militär. Im historischen Alcázar (Segovia) befindet sich das Archiv der neuesten Zeit, während die älteren Archivalien in Madrid und Simancas aufbewahrt werden. Gegründet 1898 durch Zusammenlegung mehrerer kleiner Archive, hat 10 Abteilungen mit 67.397 Faszikeln: 1. Personalakten. 2. Organisation, Waffen, Rüstung, Ausbildung. 1) Aus: „Los Archivos, Bibliotecas y Museos de los Ejércitos de terra, mar y aire espanoles. — Los Archivos Generales Civiles, y su documentación historica militar y naval. — Servicios e Institutos Historicos“ (Jósé Vidal Comen a, Ioaquin Martinez Frier a, V. V. Vela Marqueta, Fernando Villáiba Rubio), in „Revue Internationale d’Histoire Militaire“, Paris, Nr. 9 (spanischer Band) von 1950.