Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)

HAUPTMANN, Ferdinand: Österreich-Ungarns Werben um Serbien 1878–1881

Österreich-Ungarns Werben um Serbien 1878—1881 245 dit traité secret.“ (Die Deklaration wurde am 25. und 30. X. 1881 a. St. von Pirocanac und Kállay unterfertigt. Pribram: Geheimverträge, S. 23). 37) Pribram: Geheimverträge, S. 21 f. 88) Haymerles Notiz über eine Unterredung mit dem Fürsten von Serbien am 13. IX. 1881 (Verhandlungen 1881—1886). 39) M i j a t o v i c h, a. a. O., S. 38; Y a k c h i t eh, a. a. O., S. 433. 40) Haymerles Bemerkungen zu dem Berichte Kállays vom 17. VII. 1881 (Verhandlungen 1881—1886). 41) Interessant ist die Beurteilung von Milans Politik und Persönlichkeit durch den Außenminister Kálnoky, die aus seinen Bemerkungen zu einer Auf­zeichnung des Belgrader Gesandten, Grafen Khevenhüller, vom 4. VI. 1885 hervorgeht: (Khev.): „König Milan hat kein Vertrauen in den Bestand und die Zukunft Serbiens.“ (Káin.): „Leider.“ (Khev.): „Die Beschränkung des ser­bischen Territoriums zwischen dem auf breiter und entwicklungsfähiger Grund­lage errichteten Bulgarien einerseits, dem von uns für unabsehbare Zeit okku­pierten Bosnien andererseits, hat alle großserbischen Expansionsträume lahm­gelegt.“ (Káin.): „Die Expansionsträume können eben nicht die Basis für eine solide Politik bilden. Die liederliche Finanz- und Hofwirtschaft und die offene Verachtung, die der König ohne Hehl über sein Land und Volk ausspricht, trägt die Hauptschuld hieran und viel weniger Motive politischer Art. Der König hat nur Sinn für die Annehmlichkeiten seiner Regentenstellung, aber nicht für ihre Pflichten. Er haßt Serbien und die Serben und wünscht nichts sehnlicher, als sie gegen Entgelt loszuwerden.“ (Gooss, a. a. O., S. 59, Anm. 1). 42) In Kállays Papieren findet sich allerdings ein Projekt des Vertrages, aus welchem hervorgeht, daß er wenigstens ursprünglich an genaue Begrenzung der Erwerbungen dachte (Entwurf des Geheimvertrages von der Hand Kállays [Verhandlungen 1881—1886]). Damit stimmt überein, daß er anläßlich des Auf­enthaltes Mijatovic’ in Wien im Mai 1881, Saloniki und Albanien der serbischen Expansion vorenthalten wollte (Yakchitch, a. a. 0., S. 433), ohne jedoch diese Gebiete deshalb für Österreich in Anspruch zu nehmen. Österreich sei mit den Grenzen des Berliner Kongresses zufriedengestellt; nur bezüglich Salonikis dachte er damals, aus ihm eventuell ein österreichisches Gibraltar zu machen (Yakchitch, a. a. O., S. 433). Bei den Oktoberverhandlungen mit Pirocanac bezüglich der Modifikation des Art. IV., stellte er schon in Abrede, er hätte jemals zu Mijatovic gesagt, daß Österreich gegen eine Zuweisung Salonikis an Serbien sei, wie er ebenso damals versicherte, daß Österreich keineswegs gegen eine nationale und expansionistische Richtung der serbischen Politik sei, inwieferne sie nicht unter russischem Ein­flüsse stünde (ibidem, S. 460). 43) M i j a t o v i c h, a. a. O., S. 43; Grebenac S. M.: Kroz istoriju Srba. Kralj Milan i njegovo doba, Belgrad 1938, S. 51 ff., beurteilt ebenso günstig die österreichfreundliche Politik Milans und versteigt sich sogar zur Behauptung, der Geheimvertrag sei den österreichischen Interessen geradezu schädlich! 44) GP III, Nr. 532. Zusatzprotokoll, Punkt 4. 45) Ohne vom Drei-Kaiser-Bündnis etwas zu wissen, erklärt auch Pro­tic St., a. a. O., 143 ff., den Geheimvertrag durch die österreichische Okkupation von Bosnien bedingt. 4«) GP III, Nr. 529. 47) Mijatovic reiste am 30. IV. nach Wien. 4») W i n d e 1 b a n d, a. a. O., S. 273. 49) Milan wollte ursprünglich den Vertrag erst im August abschließen. Baron de Herbert ä S. Exc. le Baron de Haymerle. Belgrade, le 29. mai 1881 (Serbien 1881). Daß aber schon anfangs Juni, und nicht erst auf seiner Rückreise aus Petersburg Milan seine Einwilligung zum schnelleren Vertragsabschlüsse ge­

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