Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)
GOLDINGER, Walter: Archivwissenschaftliche Literatur der Jahre 1948–1951
Sammelreferate 305 Die Publikation von Archivinventaren erhält von daher Sinn und Richtung. Deren Anlage und Einrichtung muß sich nach dem Objekt gestalten, das sie zu beschreiben haben. Die vorzügliche Arbeit von Fink über das Vatikanische Archiv, die nunmehr in zweiter Auflage vorliegt*), stellt mehr einen Weg zu den Inventaren dar, von denen auch in jüngster Zeit einige neue erschienen sind 1 2). Sehr verdienstvoll ist das Beginnen der belgischen Archivverwaltung, in steter Folge gut gearbeitete Übersichten über einzelne Archivkörper in Brüssel und in den Provinzarchiven herauszugeben. Sie sollen hier nicht im einzelnen angeführt werden, verdienen aber wegen ihrer knappen, daher auch wohlfeilen Form gründliche Beachtung3). Hingegen füllen die Inventare der Stadtarchive von Brüssel4) und London5) je einen starken Band. Auch das Public record office 6) und das Nationalarchiv in Washington7) haben in letzter Zeit Inventare veröffentlicht, für deren Benützung aber, wie schon betont, eine gute Kenntnis der jeweiligen Voraussetzungen, auf denen sich dort das Archivwesen aufbaut, angebracht ist8). Technische Fragen treten an den Archivar in erster Linie dann heran, wenn er mit Bausachen9) und den Aufgaben der Konservierung und Restaurierung zu tun hat. Dazu gehört nicht allein die Erhaltung der 1) Das Vatikanische Archiv. Einführung in die Bestände und ihre Erforschung. 2. vermehrte Auflage, Rom 1951, IX+185 S. 2) Grisar P. G., La biblioteche e gli archivi dei dicasterii della curia Romana. Sonderdruck aus: II libro e la biblioteche. Atti dei primo congresso bibliologico Francescano internazionale. (Romae 1950); Guidi, Inventari di libri del Archivio Vaticano. Studi e testi 135; Vanyó T., Das Archiv der Konsistorialkongregation in Rom und die kirchlichen Zustände Ungarns in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Festschrift, a. a. O., 139—150. 3) Auf deutschem Gebiet entsprechen ihnen am ehesten die Württem- bergischen Archivinventare. Von diesen sind in den Jahren 1947—1950 die Hefte 18—21 erschienen. Ähnlich auch Schornebaum K., Archiv-Inventare der ev.- luth. unterfränkischen Pfarreien des ehemaligen Konsistoriums Bayreuth nebst Nachträgen zu den Inventaren der mittelfränkischen Pfarreien des ehemaligen Konsistoriums Ansbach = Voröffentlichungen der Gesellschaft f. fränkische Geschichte, 5. Reihe, 4. Band (1950), VIII+143 S. Auf die im Codex dipl. Süesiae edierten Inventare weist Gräber E. hin: Die Inventare der nichtstaatlichen Archive Schlesiens als familiengeschichtliche Quellen. Genealogie und Heraldik, 2 (1950), 83—86; Krebs M., Das badische General-Landesarchiv. Grundriß seiner Geschichte und seiner Bestände. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins, 97 (1949), 248—331; Morf A.-Delzer A., Inventar des Stadtarchivs Winterthur (1949), 88 S. 4) Pergameni Ch., Les archives historiques de la ville de Bruxelles. Notices et inventaites (1943), XV+535 S. 5) Ph. E. Jones, A Guide to the records in the corporation of London records office and the guildhall library muniment room. London 1951, 203 S. 6) Summary of records (1950), 366 S. 7) Guide to the records in the National Archives (1948), XVI + 684 S. Über einzelne Archivkörper erscheinen fortlaufend Sonderhefte mit dem Titel Preliminary inventory. 8) Guide to the public records, 1 (1949), 70 S. 9) Hazewinkel H. C., Het nieuwe archiefdepot te Rotterdam. Nederlands archievenblad, 53 (1948/49), 15—16, mit einer Abbildung. Winkler W., Archivneubauten. Der Archivar, 4 (1951), 19—22.