Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)

ACHT, Peter: Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313–1340)

Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313—1340) 103 dene Urkunden und Briefe Regensburger Bürger, Prälaten und sonstiger Geistlichen 1), endlich zwei Formulare, u. a. für eine an den Papst gerichtete und vom Bischof ausgestellte Vollmacht zur Ernennung des Prokurators Johannes von Ancona an der Kurie 2). Aus zahlreichen Urkunden verschiedener Aussteller besteht der auf Fol. 23—29' ein­getragene Schriftwechsel, der durch den Streit des Bischofs mit der Stadt Regensburg im Jahre 1321 entstanden ist 3). Ähnlich verhält es sich mit einem zweiten großen Prozeß des Bischofs mit dem Schottenabt Johannes und Prior Petrus von Weih- St. Peter vor Regensburg auf Fol. 34—44 aus den Jahren 1321/22. Hier sind außer zwei Urkunden Bischof Nikolaus’ drei Schreiben Papst Johanns XXII. an den Schottenabt, an die Stadt und an den Salzburger Erzbischof aufgenommen 4 5), ferner Prozeßakten von 1321 April 30, ein Visitationsprotokoll von 1319 Mai 12, ein Schreiben Erzbischof Friedrichs an das Erfurter Marienstift und dessen Antwort *). Ziemlich umfangreich ist auch der durch den Streit des Bischofs mit Herzog Heinrich von Niederbayern um die Klauensteuer entstan­dene Schriftwechsel6). Außer diesen drei Prozeßgruppen enthält das Register zahlreiche Einzelurkunden verschiedenartigsten Inhaltes, in der Hauptsache für Geistliche und Klöster der Stadt, aber auch für Klöster anderer Diözesen, wie Ebersberg und Mondsee. Häufig vertreten sind Urkunden für Regensburger Bürger, die Verwalter bischöflichen Besitzes und den benachbarten Adel. Die Hs. vereinigt also eine Vielzahl von Urkunden, in der Mehr­zahl — nahezu zwei Drittel aller Einträge — solche, die von der bischöflichen Kanzlei ausgestellt, daneben andere, die an den Bischof gerichtet sind, endlich Urkunden fremder Aussteller, die auch für andere Empfänger als Bischof Nikolaus bestimmt waren, die aber immer irgendein Rechtsinteresse für den Bischof besaßen; letztere sind 1) Fol. 19—19', 22—22', 23—23', 26—26', 29', 30—30', 34, 34'—35, 57'—58, 70'—71, 91', 97', 98—98' und 101. 2) Fol. 12', das andere auf Fol. 102. Formulare sind auch in das Register Bertholds von Tuttlingen aufgenommen, vgl. Erben, a. a. O., S. 9 f. — Auf einen ganz ähnlichen Fall verweist Gr ieser Rudolf, Das älteste Register der Hochmeister­kanzlei des Deutschen Ordens, MIÖG., Bd. 44 (1930), 428. 3) Vgl. S. 106 ff. 4) Salzburger Regesten, Bd. 3, Nr. 298, vgl. auch MB., Bd. 53, S. 226, Anmerk. 1, und G. Mollat, Jean XXII. Lettres communes, Nr. 14358. 5) Salzburger Regesten, Bd. 3, Nr. 321 und 323. 6) Fol. 45—49'.

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