Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 3. (1950) – Leo Santifaller Festschrift

BLAAS, Richard: Ein Tiroler Teilbuch aus dem Jahre 1340

74 Richard Blaas Trendein von Schennan, Perhtolt der Stainer, Tolde auz dem Aichach die síben, daz si ez wizzen für war, vnd der ahtod Vlrich der Oeuder swür, daz ers für war gehört hab, daz ]) ... ihre Zahl schwankt zwischen drei und acht, wobei klar zum Ausdruck kommt, daß für schwierigere Tatbestände (weit zurückliegende Käufe u. dgl.) mehr Zeugen von der Teilungskommission gefordert werden — do chomen si (Leben­berger) an Meran fur meins herren taxier vnd wollen die selben Taemmer bestalt haben mit dreien mannen, daz si ... da wider waz herrn Hein­reichs von Annenberg vnd dez Schenken vnd Egen dez rihters red gen in, si sollen si pilleich bestellen mit siben als von moltigen mund, daz der ... so Met man die selb bestellung also gern von in genomen 2) .. . Auch für die Qualifikation der beeideten Zeugen galten ganz bestimmte Vorschriften: vnd wan si islichen besunder nach landes gewohnhait bestellen sotten mit aim seins geslehts ze minnisten vnd mit zwain andern derzü, den ze gelauben wer, die niht dez gedigens wem dez den man be­stellen solt noch niht ir aigen wem, wez si anders wem, so wem si gilt getziuge gewesen 3). Außer diesen im Teilungsverfahren aktiv beteiligten Personen werden meist auch noch Zeugen der Rechtshandlung genannt: da die dez selben swiirn, da warn pei NN., unter denen sich meist auch rechtskundige Personen befanden, wie der oft genannte Gotfrit der noder, Jacobus notarius de Slanders u. a. Aus den angeführten Bei­spielen und den übrigen Verhandlungsprotokollen des Teilbuches läßt sich ein ziemlich einheitliches Protokollformular erschließen, daß in seiner Ableitung ohne Zweifel an das Formular der Siegelurkunde und der Notariatsinstrumente anschließt. Der Eintrag beginnt ge­wöhnlich mit einer genauen Zeit- und Ortsangabe, darauf folgt die Nennung der eidschwörenden Zeugen (gelegentlich werden auch schon die andern Zeugen am Anfang erwähnt), dann der Rechtsinhalt oder der Tatbestand und daran anschließend die Rechtsfindung oder Ent­scheidung der Teilungskommission. Dieses Schema ist natürlich nicht überall gleich konsequent durchgeführt worden, es kann aber als Grundlage der meisten Teilungsprotokolle angenommen werden. Zur besseren Klarstellung des Gesagten sei zum Abschluß dieses Abschnittes ein Eintrag aus dem Teilbuch in seinem vollen Wortlaut wieder­gegeben4): Divisio in Passiva facta in ebedomeda post letare VIII ') Cod. 397, Fol. 17 2) Cod. 397, Fol. 13' und 13v. 3) Cod. 397, Fol. 13'. 4) Cod. 397, Fol. 22r. Der Eintrag ist inhaltlich gleichlautend mit Cod. 396, Fol. E und lv.

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