Áldásy Antal: Magyar czímeres emlékek III. füzet (Budapest, 1926)
Németnyelvű tartalmi áttekintés
roh, doch sind die heraldischen Proportionen bewahrt. Für die verschiedenen heraldischen Stilarten bieten die Wappen gleichfalls interessante Beispiele, neben solchen gotischen Stils und der italienischen Renaissance finden wir völlig alleinstehende Typen, z. B. das Armbruster'sche Wappen, dessen Ausführung einem vollständigen Dürer'schen Wappenstich gleichkommt. Für die ausgesprochene naturalistische Richtung der ungarischen Heraldik enthalten die Wappen reiches Material. Heroldfiguren allein kommen in keinem der Wappen vor, wo Heroldfiguren angewendet werden, sind sie immer mit natürlichen Figuren kombiniert, wenn auch in stilisierter Form, z. B. im Wappen der Stadt Eperjes (Tafel XIII LXIII). Für szenische Darstellungen finden wir mehrere Beispiele, so die Wappen Cseh (Tafel XXIII LXIII und Jeszenszky Tafel xxvn LXXVII), die Jagdszenen darstellen. Von nicht gewöhnlichem Interesse ist das Wappen Balajthy (Tafel XXIV/LXXIV), am Bachesrand schreitender Fuchs oder Wolf, im Maule zwei Gänse tragend. Symbolische Bedeutung besitzt unläugbar das Kulpi'sche Wappen (Tafel XI/LXI), doch können wir uns dessen Bedeutung nicht erklären. Möglich, daß das Wappenbild auf die Wachsamkeit des Wappenerwerbers anläßlich einer Belagerung anspielt. Ebensowenig können wir die Bedeutung der Fahne in dem Wappen Hoffmaister erklären, wofür in der mittelalterlichen Heraldik Ungarns ein zweites Beispiel nicht anführbar ist. Ob durch die Farbe der Fahne die sächsische Abstammung des Wappenerwerbers angedeutet wird, muß dahingestellt bleiben. Auch die Bedeutung des kleinen Wappenschildes im Wappen des Andreas Weér, der den linken Fuß der Schildfigur bedeckt, können wir nicht erklären. Bemerkenswert ist bei diesem Wappen, daß die Schildfigur mit dem rechten Fuß aus dem Schilde tritt, wodurch das Wappen eine gewisse Unruhe erhält. Zur Wappensymbolik liefert einen Beitrag das Wappen Gyulay (Tafel xxxi LXXXI) vom Jahre 1591. Die mittelalterlichen Städtewappen Ungarns sind mit zwei Stücken vertreten, denen der Stadt Pozsony und Eperjes. Der Wappenbrief der Stadt Pozsony (Tafel x LX) ist in zweifacher Ausfertigung vorhanden, vom 8. und 9. Juli 1436, die beiden stimmen sowohl in textlicher Beziehung, als auch hinsichtlich der Wappenbilder mit geringer Abweichung vollkommen überein. Den Grund der zweifachen Ausfertigung kennen wir nicht. Das Wappen der Stadt Eperjes (Tafel XIII LXII) veränderte sich in den Wappenverleihungen Ferdinand I. teilweise in ein redendes Wappen, da als Wappenfigur die Erdbeere — Eper Aufnahme fand. Der Wappenbrief des Johannes Campanellis de Bursel (Tafel XXX/LXXX) gewinnt erhöhtes Interesse durch die Nennung des Künstlers, der das Wappen verfertigte. Desiderius Italus ist der einzigige Wappenmaler, dessen Name uns urkundlich überliefert ist. Wohl werden in den Rechnungsbüchern Ludwig II. mehrere Hofmaler angeführt, doch fehlt jede Angabe darüber, ob sie auch als Wappenmaler wirkten. Daß Desiderius Italus ein Künstler ersten Ranges war, beweist die außerordentliche feine Ausführung der beiden das Wappen flankierende Engelgestalten, von deren Feinheit die Reproduktion leider nur annähernd einen Begriff bieten kann. Anzuführen wäre noch das Wappen Ders de Petri (Tafel iv LIV) wegen den Farbenangaben, das einzige Beispiel dafür in der ungarischen Heraldik. Technische Schwierigkeiten verhinderten die Wiedergabe der bei einzelnen Wappen sich vorfindenden Randdekorationen. Solche finden wir bei den Wappenbriefen für Pozsony, Weér de Muron und Armbruster, besonders die Ausführung bei dem letzteren ist von besonderer Feinheit und weist auf einen vorzüglich geschulten Künstler hin. Das Wappen des Blasius Gyulay vom Jahre 1591 ist einer der letzten Vertreter der italienischen Renaissance in den ungarischen Wappen. Bekanntlich übernahm mit der Schlacht von Mohács 1526, der durch einen Teil der Nation zum König erwählte Johann Szapolyai mit der königlichen Kanzlei Ludwig II. auch dessen Wappenmaler. Die durch die nationalen Könige, Johann Szapolyai, dessen Witwe Königin Isabella und deren Sohn Johann II. ver-