Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1806
jene Auszeichnungen und Vorzüge, welche ihren Mitgliedern vor andern im gleichen Range stehenden Officiers der k. k. Armee eingeräumt sind, erfordern, da äusserer Glantz auf die allgemeine Meinung stäts vielen Eindruck machet, daß man auch auf das äussere Ansehen der hungarischen adelichen Garde denken und ihr eine solche Uniformirung gebe, welche sie vou allen übrigen hungarischen Cavallerieregimentern auszeichne. Aus diesen Grunde kann ich nicht durchaus der von dem Gardecapitain Fürsten Eszterházy nach Maßgab der bei den k. k. Hussarenregimentern eingeführten Adjustirung angetragenen Uniformirung der hungarischen adelichen Garde beistimmen. Diese würde nicht nur den Glanz und die Schönheit der Garde mindern, ihre alte Auszeichnung vor denen Officiers der Hussarenregimentern benehmen, sondern sie wiche selbst von der vorschriftsmässigen Adjustirung letzterer in einigen Stücken ab und würde schnell zu Grunde gehen. So zum Beispiel : würden die grünen Csako und gelben Federbuschen bei abwechselnder Witterung, besonders bei nasser oder staubiger Zeit, wie es die Erfahrung lehret, gar bald ihre Farbe und Form verlieren und dann entweder ein schlechtes Ansehen haben, oder aber durch beständige Nachschaffung neuer Stücke vermehrte Unkosten verursachen. Dieses ist bei den Kaipaks nicht der Fall, bei welchen die Länge der Dauerzeit bei weiten die höhern Anschaffungspreise ausgleichet, und auf welche die Witterung, wenn sie gehörig conserviret werden, keinen so großen Einfluß hat; zudeme ist der Kaipak eine schönere, anständigere, nicht so gemeine Kopfbedeckung als der Csákó und ist mehr der Würde einer Garde angemessen. Die nach dem Antrag des Fürst Eszterházy zugeschnittenen Pelze bilden zwar vortrefflich und anständig, wenn sie durchaus zugeknöpfet, oder aber ganz offen getragen werden, dagegen machen sie ein weniger gutes, unmilitärisches Ansehen, wenn sie im Dienste, so wie es Fürst Eszterházy anträgt, oben zugeknöpft, unten aber um den Dollmán und die Gürtel hervorblicken zu lassen, offen getragen werden sollten. Diese Tragungsart ist sowohl der vorgeschriebenen Adjustirung der Hussarenregimenter, als auch der Nationaltracht nicht angemessen. Zudem werden durch diese Tragungsart die Uniformsstücke mehr als jetzo abgenützt und die Gürtel und Dollmán sind kaum sichtbar. Ebenso halte ich die Franzen bei den Uniforms der Premier- und Secondwachtmeisters als eine zu mehrerer Zierde dienendes Stück für nicht überflüssig. Da ich nun weder in der vollkommenen Egalisirung mit der k. k. Armee, noch in der [sie !] bessern Aussehen der Adjustirung, noch in einer Wirtschaftserspahmng Gründe finde, um der Meinung des Gardecapitains vollkommen beizupflichten, so stimme ich jener des