Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

gerichtete Schreiben durch den Weeg derselben zu beantworten geruheten, ich wage es dahero hierüber meine Bemerkungen Ihrer Einsicht mit der Bitte zu unterbreiten, selbe nicht ungnädig auf­nehmen, sondern vielmehr gut heissen zu wollen. Seit denen 10 Jahren, wo ich dem Staate zu dienen die Ehre habe, erlaubten mir stäts Euer Majestät, mich in zweifelhaften Fällen, in solchen Gegenständen, welche zur Bekanntmachung nicht geeignet waren, bey Ihnen um eine Weisung privative anzufragen, Sie gestatteten mir ferners bey dieser Gelegenheit Ihnen freymüthige Bemerkungen über einzelne Personen, über den Gang der Geschäften etc. zu machen, Ihnen selbst über solche Gegenstände meine Privat-Meynung vorzulegen, welche nicht in mein Geschäftsfach einschlugen, wo ich aber glaubte, etwas zum Wohl des Staates durch Aeusserung derselben beytragen zu können. Da es mir bekannt war, daß diese Schreiben nur allein zu Euer Majestät Händen gelangten, so nahm ich mir öfters die Freyheit, in selben zu vielen, ohne jedoch die schuldige Ehrfurcht zu vergessen, den Staatsdiener bey Seite zu legen und mit Ihnen mit jener Aufrichtigkeit zu sprechen, wozu mich Euer Majestät Gnade und die Ehre Ihr Bruder zu seyn, berechtigte. Dieselbe nahmen es gütigst auf und eiferten mich dadurch an, jederzeit meiner Pflicht gemäß auf diese Weise fortzu­fahren, und ich schmeichle mir, daß Euer Majestät auf diese Art doch manchmal von solchen Gegenständen und Personen genau benachrichtiget worden, welche sonst bey denen häufigen Staats­Ge^chäften Ihrer Aufmerksamkeit entgangen wären. Ich hoffe dahero, daß Euer Majestät von dem Nutzen dieser Correspondenz für das Allgemeine und insbesondere für mich, der ich dadurch im Stande gesetzt, manches dem Papier anzuvertrauen, welches ich sonst nur mündl[ich] hätte melden können. All dieser Nutzen, all dieses Verhältniß schwindet gänt/d [ich], wenn Euer Majestät diese Schreiben durch Handbillete beantworten, denn ohgl[eieh] ich nicht zweifle, daß ein jeder, der Euer Majestät in Ihrem Cabinete dienet, ein ehrl[icher] und verschwiegener Mann ist, so muß ich doch freymüthig gestehen, daß wenn die Antworten darauf von fremden Personen concipirt und abgeschrieben, wenn selbe wohl gar meine Schreiben in die Hände bekommen sollen, ich nicht mehr den Muth haben werde, mich an Euer Majestät in meinen Briefen mit jener Auf­richtigkeit und Zutrauen zu wenden, wie ich es bisher that. Besorgniß, daß de:- Innhalt derselben bekannt und ich und Euer Majestät compromittirt werden, daß man das Verhältniß entdecke, in welchem ich mich zu jederzeit gegen dieselbe befinde, endl[ich] Fureht, daß es Menschen geben möge, welche aus Neben-Absichten das Gute, welches ich stiften möchte, verhindern, werden mich nothwendigerweise dahin bringen, den Innhalt meiner Briefe auf alltägliche], der gantzen Welt bekannte Sachen zu beschränken, und all der Nutzen, den Euer Majestät und der Staat aus einer unverhehlten Darstellung

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