Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

Friedens sandte und daher sich mit diesem zugleich auch obiger Umstand behob. Wie wär's auch möglich für einen Meiner Erblande allein eine Neutralität abschliessen zu wollen, da doch selbe alle insgesamt sich unterstützen müssen? Welche Folge hätte ein derlei Benehmen nicht ? und was würde geschehen, wenn eine jede Meiner Provinzen sich so isoliren und als unabhängig ansehen wollte ? Würde Meine Beistimmung zu einen derlei Fürgang nicht das traurigste Resultat und unübersehbares Unglück beiführen ? In dieser Be­trachtung werden Sie die Ursachen finden, wenn Ich Ihnen hierauf nicht antworten konnte. Daß Besorgnisse für die Verpflegung der Armee eintreten, ist sehr empfindlich, allein es läßt sich nicht begreiffen, denn wenn gleich die Magazine gefüllt und für den Nachschub gesorgt wäre, so würde die wirksamste Führkerrrung durch die ausserordentlichen Ereignisse, die nicht vorzusehen waren, vereitelt. Es wird aber von der fernem Einleitung und Bestreben viel abhängen, die Subsistenz der Armee zu sichern. Auch Ich muß Hungersnoth besorgen und alle die Schreck­nisse, die selbe auch sonst mit sich bringt, habe dahero schon für Einkäufe aus fremden und entfernten Staaten gesorgt und alles nur immer mögliche Fürzukehren Mir angelegen sein lassen. Aus Meinem letzten Handschreiben werden E[uer] L[iebden] die Bedingnisse des Waffenstillstandes ersehen haben, dem der Frieden bald folgen wird, der aber ohne bedeutende Aufopferung nicht sein dürfte. Efuer] Lfiebden] fordern Mich wiederholt auf nach Ofen zu kommen. Ich würde schon lange oder nach Ofen, oder zu der unter Commando Meines H[errn] Bruders Erzherzog Karl stehenden Armee gegangen sein, um so mehr, als hier nur wenige Meiner Truppen vorhanden waren, allein eben die Beschleunigung des Friedens hin­derte dieß Vorhaben. Mein fester Grundsatz von Redlichkeit und Aufrichtigkeit gestattete es nicht, daß Ich ohne Einverständniß mit Meinen Allirten abgeschlossen und sie alle zu Opfer gemacht hätte. Ich erwartete also die Ankunft des Kaisers Alexander, die sich aber unglücklicherweise 14 Tage später verzog. Geich hierauf sandte Ich den Grafen Stadion, wie Ich es bereits oben erwähnte, mit gehörigen Vollmachten ab, nachdem Ich schon seit Meiner Anwesenheit zu Enns stäts in vorläufigen Briefwechsel mit dem Kaiser Napoleon war und alles that, um den Frieden beizuführen, der auch damals um etwas günstiger ausgefallen wäre, wenn man die Schlacht bei Aus­terlitz zu liefern vermieden, oder gewonnen hätte, welches erstes schwerlich geschehen wäre, wenn Ich nicht von der unausgesetzten und ungewohnten Fatiguen angegriffen, von einem heftigen Fieber 2 Tage hindurch im Bette gehalten worden wäre, und daher von dem Entschluß zur Schlacht und von der Disposizion hiezu in einiger Kentniß gewesen wäre. Da nun Kaiser Napoleon bereits mehrmal den Wunsch geäussert, Mich persönlich zu kennen und mit Mir zus mmenzukommen, so

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