Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

Bester Bruder. Der General Mayer vom General-Quartiermeister-Staab hat mir Deine 2 Schreiben in Betreff der gegenwärtigen Laage der Umstände, und der auf der Donau zu schlagenden Brücken zuge­stellt. Was erstere betrifft, so wirst Du aus einigen Schreiben, und aus dem Expose der weiteren Verhältnisse Hungarns, was ich Dir seitdem überschickte, entnommen haben, wie letztere stehen, was es mit denen von denen Franzosen angegebenen Unterhandlungen für eine Bewandniß habe. Seit dieser Zeit haben am 24-ten [Novem]ber 9000 Franzosen Preßburg unverhoffter Weise besetzt und Cavallerie­Patrouillen gegen Raab, Tyrnau und gegen Trenchin vorpoussirt. Zu gleicher Zeit sind auch gegen 400 Reiter über Holitsch nach Hungarn vorgerückt. Am 28-ten verstärkten sich erstere bis auf 11.000 Mann, worunter gegen 1000 Mann Cavallerie nebst einem Artillerie-Train unter dem Commando des F[eld]-M[arschall] D'Avoust waren; letzterer erklärte dem Preßburger C[omi]tat, daß er gekommen, weil die letzte Antwort des G[ra]f[e]n Palffy auf die vom französischen Kaiser angetragene Neutralität mit seiner ersten Declaration nicht harmonire, und der Kaiser daher ver­muthen müsse, man wolle nur Zeit gewinnen, um die Insurrection zu organisiren, und in brauchbaren Stand herzustellen. Das Comitat erklärte darauf standhaft, daß es gar nicht vermuthen könne, daß die erste Declaration des G[ra]f[en] Palffy, so wie sie liegt., mit meinem Vorwissen geschehen sey, und weigerte sich die ihm vom Reichs-Marschall D'Avoust zur Publication überschickte, an die hung. Nation gerichtete Proclamation in Druck heraus zu geben, welche auch nicht publicirt worden. Uebrigens betrugen sich die Franzosen in Preßburg sehr gefällig, hielten strenge Mannszucht und erklärten überall, sie würden in so lange in Hungarn keine Feindseeligkeiten begehen, als man sich daselbst nicht rüsten, oder sie auf keine bewaffnete Truppen nicht stossen würden. Der Reichs­Marschall D'Avoust erklärte jedoch, daß wenn auf die Proposition der Neutralitaet keine befriedigende Antwort von meiner Seite kommen würde, sie das Land als feindl[ich] behandeln würden, indessen aber auch ihren Marsch gegen Ofen fortsetzen gedächten. Da ich bis nun, ohnerachtet widerholter Vorstellungen, gar keine Entschliessung von unserm Kaiser auf die Lhm unterlegte Neu­tralitaets-Proposition erhalten, so berief ich hier die anwesende Generalitaet zusammen, um die Frage zu debattiren, ob man mit den nun hier befindlichen] Reserve-Bataillions hoffen könne, den Feind, wenn er mit einem Corps von 6—8000 Mann vorrücken sollte, aufhalten zu können. Die allgemeine Meynung fiel ver­neinend aus, da man erklärte, daß diese Bataillone zu wenig geübt und zu sehr aus Recruten zusammengesetzt wären, als daß man hoffen könnte, daß sie sich halten würden, besonders, da die gantze

Next

/
Oldalképek
Tartalom