Domanovszky Sándor: József nádor iratai I. 1792-1804. (Budapest, 1925)

1804.

andern theils aber auch mit aller Vorsicht auf solche Porsohnen ein wachsames Aug tragen sollen, welchen [sie!] den Landmann zur Unruhe bewegen, oder aus Mangel eines ehrl. Erwerbs eines schlechten Streichs fähig wären. Durch dieses Mittel, glaube.ich, bis nieht weitere Data vorkommen, alles gethan zu haben, was die strengste Klugheit bey jetzigen Zeiten foderte. Allein ich muß zu gleicher Zeit Euer Majestät berichten, daß ich im einzelnen nicht gantz mit der gegenwärtigen Stimmung zufrieden bin. Allgemeine Klagen über Theurung, über den Gewerbs- und Geld-Wucher, dann über einzelne Gegenstände beschäftigen die niedrigere Klasse von Menschen, die höhern klagen über Verzögerung der Geschäfte, über Eingriffen in ihre Vorrechte, end. über den Mangel der Schnell­kraft der öffentl. Verwaltung und den Mißcredit unserer Staats­Finanzen. Die öffentl. Beamten, denen es in den untem Klassen an Mittel zu ihrer Erhaltung mangelt, äussern darüber ihre Unzu­friedenheit, so wie auch über die immer zunehmende Anzahl der Geschäfte und Verminderung ihres Wirkungskreises, ja selbst mit der Stimmung des Militairs kann ich nicht zufrieden seyn, da die Klagen desselben über den Mangel an Subsistenz immer zunehmen, so wie die von ihnen unter diesen Vorwand begangen werdende Excessen und die damit verknüpfte Insubordination und Mangel an Disciplin. Aus diesen wenigen Worten werden Euer Majestät gnä­digst entnehmen, daß es sich darum handelt die Stimmung zu verbessern, da sonst mit der Zeit die Folgen davon bedenkl. seyn können. Dieses ist um so nothwendiger, als allerley unangenehme von Wienn kommende, alsdenn hier wieder verbreitete Gerüchte von Krankheiten von Euer Majestät, von Ministerial-Veränderungen, die nicht angenehm sind, etc. beweisen, daß selbt in der Hauptstadt die gute Stimmung sinkt. Was man im Auslande von unserer Monarchie spricht, habe ich Euer Majestät offenherzig nach meiner Rückkunft aus Rußland entdeckt, es ist also-Zeit thätige Mäaß­regeln zu ergreifen, ehe es noch zu spät werde. Eine der vorzüg­lichsten wäre: Vermehrung der Thätigkeit und des geschwindern Umtriebs der Geschäfte, welche wenn sie in der bisherigen Pro­portion in Menge unnöthiger Weise zunehmen, endl. die gantze Maschine ins stocken bringen müssen. Schon zu mehrmahlen habe ich Euer Majestät hierüber theils schriftl. theils mündliche Anträge gemacht, erstere wurden durch die Stellen verhandelt, und wie ich Ihnen im voraus sagte, so modificirt, daß dadurch noch die Ge­schäfte vermehrt wurden, letztere verwiesen Euer Majestät auf eine weitere Regulation der Geschäfte. Letztere leidet um so weniger einen Aufschub, als ohngeachtet ich 3 auch 4 Tage in der Woche bey der Statthalterey Rath halte, dennoch die Anzahl der Repro­ducenden auf 300 angewachsen und mir ausserdem kaum die nöthige Zeit bleibet, um meine übrige Geschäfte führen zu können. Dabey erliegen gegen 400 Vorträge der Statthalterey theils bey der hung.

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