Háromnyelvű levéltárismertető : The National Archives of Hungary : Das Ungarische Staatsarchiv : Les Archives Nationales de Hongrie
• ergangenheit und Gegenwart des Ungarischen Staatsarchivs Die ersten Anfänge eines Archivs (des Ungarischen Staatsarchivs) reichen bis ins Mittelalter zurück. Seit Ende des 12. Jahrhunderts in der Zeit der Arpaden-Könlge, des ersten ungarischen Herrscherhauses, bildete sich allmählich ein königliches „Archivum" heraus. Die hier aufbewahrten Dokumente gingen allerdings verloren oder wurden verstreut, als im 16. Jahrhundert die Türken einen großen Teil von Ungarn eroberten. (Im Jahre 1541 kam das Königreich Ungarn unter die Herrschaft von drei Reichen. Vom Süden aus drangen die Osmanen ein. Im nördlichen und westlichen Gebiet des Landes regierten die Habsburger, die sich rechtlich als Könige ganz Ungarns betrachteten. Im östlichen Teil entstand das Fürstentum Siebenbürgen und wurde Vasall des Osmanischen Reiches.) In der Frühen Neuzeit bewahrten die Wiener königlichen Hofbehörden der Habsburger ihre Aktenstücke selbst in Ihrer Kanzlei auf, ebenso wie die in Ungarn tätigen Regierungsorgane. Die Stände, die Im ungarischen Landtag vertreten waren, strebten auch danach, die für sich und für das Land wichtigen und die Ständerechte bestätigenden Dokumente in Sicherheit aufzubewahren. Nach der Wiedereroberung Ungarns trat diese Bestrebung immer stärker hervor. 1725 wurde der Gesetzartikel Nr. 45 verabschiedet, nach dessen Verordnung das öffentliche Schriftgut des Landes (Publica Regni Acta) im Archiv des Landes (Archivum Regni) aufbewahrt werden mußte. Sogar der Platz der neuen Institution im Landtagsgebäude in der damaligen ungarischen Hauptstadt in Pozsony/ Preßburg (seit 1918 Bratislava, Slowakei) wurde bestimmt. Es vergingen jedoch noch Jahrzehnte bis das Archiv 1756 endlich seine Tätigkeit beginnen konnte. Es bedurfte der standhaften organisatorischen Arbeit von Graf Lajos Batthyány, der zwischen 1751 und 1765 das Amt des Palatins (des ersten Hochwürdenträgers der Stände im Königreich) bekleidete. Nach seinen Aufrufen wurden dem Archiv Archivalien übergeben, deren Menge sich in solchem Maße vergrößerte, daß man für ihre Aufbewahrung und Erschließung sorgen mußte. So entstand das Archiv des Landes - sieben Jahre nach der Errichtung des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Auf Latein wurde es „Archivum Regni" genannt, in den späteren Epochen auch als „Altes Archiv des Landes", dessen Aufbau und Kompetenzen im Jahre 1765 endgültig bestimmt wurden. Das Archiv zog im Laufe der Jahre 1784 und 1785 nach Ofen (Buda), in die spätere Hauptstadt des Landes um.