Borsa I.: Die Lage des ungarischen Archivwesens nach 1945.
Im Zuge der ReKonstruktionsarbeiten hat das Staatsarchiv sein Photolaboratorium nicht nur wieder hergestellt, sondern es auch wesentlich erweitert, und mit einem leistungskräftigen Aufnahmeapparat versehen* Nach der Instandsetzung der Einrichtung, Reinigung des beschmutzten und Ersefczing des verlorenen Filmaufnahmenstocks begann das Laboratorium seine grösser angelegte Tätigkeit mit der Verfilmung der Bestände die laut Friedensschlussverfügungen ausgeliefert werden mussten, und setzte s<ie mit der Verfilmung der mittelalterlichen Stücke der Kirchenarchive der Provinz fort. Von den .rbeiten, die im Staatsarchive in den Jahren nach der Befreiung verrichtet wurden, muss noch die aktive Teilnahme an der Veranstaltung der Ausstellungen "UngarischRussische Beziehungen' /19^5/ und "1848" /1948/, weiters Seine Tätigkeit zur Schaffung des Gesetzesartikels 21/1947, dann die Herausgabe von zwei Bänden der "Levéltári Közlemcnvek" /zum Grossteil aus Manuskripten, die bei Kriegsende schon fertig vorlagen/ «rwähnt Werden, V/as die alte, aus feudaler Zeit herrührende Organisation de-r Komitatsarchive betrifft, da brachte die Befreiung zunächst keine Aenderung, ja es wurde eine Tendenz bemerkbar, die Institution der Munizipalarchive zusammenschrumpfen zu lassen. Es gab auch vor dem Kriege Präzedenzfälle, wo der Vizegespan oder Bürgermeister dem Archivar verschiedene Verwaltungsaufgaben auftrug; nach der Befreiungszeit aber ist es zum System geworden, da viele Mitglieder des BeamtenPersonals ihren Posten verlassen haben, und die neu in Gang gesetzte Komitatsverwaltung die vielseitigen Verwaitungskenntnisse des Oberarchivars nicht entbehren konnte. Da galt es wahrhaft alsAusnahme, wenn der Archivar sich nur mit Sachen des Archivs beschäftigte. Im Allgemeinen arbeitete er in irgend einem Sektor der Verwaltung des Komitats oder der Stadt, und nur in zweiter Linie in seinem Archiv - zur letzteren Arbeit rausste er sich, gleichsam die Zeit stahlen. Die Lage besserte sich allmählich, doch kam es 1950 noch vor, dass ein Lomitatsoberarchivar ein zentrales Referat bei der Komitatsverwaltung