Komjáthy Miklós: Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918) (Magyar Országos Levéltár kiadványai, II. Forráskiadványok 10. Budapest, 1966)

Protokolle

Wien, 7. Juli 1914 Der Ministerrat, der formell zusammengetreten ist, um Maßnahmen zu beraten, wie die durch das Sarajevoer Attentat offenbar gewordenen inneren Schwierigkeiten in Bosnien und der Herzegowina gelöst werden könnten, erwägt die Eventualitäten des diplomatischen und militärischen Auftretens gegen Serbien. Die Sondermeinung Tiszas in der Frage des Krieges. Nach dem Sarajevoer Attentat vom 28. Juni ist der gemeinsame Ministerrat zum erstenmal an diesem Tage zusammengetreten. Es war offenbar kein Zufall, daß die Besprechung von Berchtold auf den 7. Juli einberufen worden war, als bereits die ersten Meldungen über die Mission des Legationsrates Hoyos in Berlin vorlagen (Hoyos sollte die Stellungnahme der Reichsregierung zum Attentat von Sarajevo erkunden). Es waren dies die Berichte des Berliner Gesandten Szögyény, die am 5. und 6. Juli in Wien einliefen (Österreich-Ungarns Außenpolitik Nr. 10058 und 10076). Das Verhandlungsmaterial (die inneren Sicherheitsverhältnisse in Bosnien, Frage des Auftretens gegen Serbien) kam in dieser Form im gemeinsamen Ministerrat hier zum erstenmal zur Sprache. Auf der nächsten Konferenz am 19. Juli berief sich István Tisza nachdrücklich darauf, daß er als verantwortlicher Leiter der ungarischen Politik bereits auf dieser Konferenz (7. Juli) verlangt hatte, der gemeinsame Ministerrat sollte einstimmig erklä­ren, die Monarchie hege Serbien gegenüber keine Eroberungspläne. Protokoll des zu Wien am 7. Juli 1914 abgehaltenen Ministerrates für gemeinsame Angelegenheiten, unter dem Vorsitze des Ministers des k.u.k. Hauses und des Äußern Grafen Berchtold. K.Z. 58. - G.M.K.P.Z. 512. Gegenwärtige : der k.k. Ministerpräsident Graf S t ü r g k h, der kgl. ung. Ministerpräsident Graf Tisza, der k.u.k. gemeinsame Finanzminister Dr. Ritter von B i 1 i n s k i, der k.u.k. Kriegsminister FZM. Ritter von K r o b a­t i n, der k.u.k. Chef des Generalstabs G.d.I. Freiherr von Conrad, der Vertreter des k.u.k. Marinekommandanten Konteradmiral von K a i 1 e r. Protokollführer : Legationsrat Graf Hoyos. Gegenstand: Bosnische Angelegenheiten. Die diplomatische Aktion gegen Serbien.

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