Komjáthy Miklós: Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918) (Magyar Országos Levéltár kiadványai, II. Forráskiadványok 10. Budapest, 1966)
Einleitung: Die Entstehung des gemeinsamen Ministerrates und seine Tätigkeit während des Weltkrieges
der Beschaffung ausländischer Zahlungsmittel, als auch zur Hebung seines Kredites behilflich zu sein« (ebd. S. 505. Hervorhebungen von mir — M.K.). 224 Den Text siehe nach dem Protokoll des gemeinsamen Ministerrates vom 6. Oktober 1915 als dessen Beilage. S. 308 — 314 des vorliegenden Bandes. 225 Ebd. S. 259 (Hervorhebungen von mir — M.K.). 226 Hervorhebungen von mir — M.K. — Stürgkh beantwortete Tiszas Ausführungen sofort. Er gab zu, daß in Österreich tatsächlich für eine Zollunion mit Deutschland agitiert werde, ja in dieser Angelegenheit sogar zahlreiche Politiker nach Deutschland gereist seien. Er meinte jedoch, »man könne ein Abflauen konstatieren . . .« Es besteht kein Zweifel, daß Tisza das Wesen der Dinge klarer sah, daß nämlich im Falle eines Sieges der Zentralmächte Deutschland die ÖsterreichischUngarische Monarchie vorerst wirtschaftlich, dann politisch verschlungen hätte. Stürgkh sah nicht oder wollte nicht sehen, daß sich bereits die frühen Symptome des später tatsächlichen erfolgten Anschlusses zeigten. Der gemeinsame Finanz minister Koerber verwies auf die wirtschaftliche Grundlage der politischen Agitation (s. Anm. 204). Doch vor einer Zollunion warnte auch er. S. 261 des vorliegenden Bandes. 227 Ebd. S. 388 (Hervorhebungen von mir — M.K.). 228 Als sich ÖsterreichUngarn im Jahre 1916 wiederholt an Deutschland wandte, um in seiner schwierigen Versorgungslage Getreidelieferungen zu erhalten, hat der Minister des Äußern laut Protokoll des gemeinsamen Ministerrates vom 16. Oktober 1916 unter anderem gesagt : ». . . werde man sich doch der Notwendigkeit nicht entziehen können, der deutschen Regierung einen sehr klaren Einblick in die Verhältnisse in Österreich und in Ungarn zu geben . . .« (ebd. S. 411. Hervorhebungen von mir — M.K.). 229 Nach dem Hinweis auf die Gefahren einer deutschen Wirtschaftshilfe erklärte Tisza : »Andererseits sei aber nicht zu verkennen, daß ein enges Zusammenhalten der beiden Mittel mächte in ihrem beiderseitigen Lebensinteresse liege.« (Ebd. S. 504.) 230 »... seitens der deutschen Delegierten der Versuch gemacht worden sei, einen engeren Anschluß, als das bloße PräferenzSystem herbeizuführen.« Der ungarische Handelsminister Graf Serényi war der Ansicht, dieser Versuch gehe auf das Konto des inzwischen zurück getretenen stellvertretenden Staatssekretärs Richter. Doch meinte Seidler, »es scheine dies nicht bloß die Absicht einzelner Delegierter, sondern die Auffassung der deutschen Regierung zu sein« (ebd. S. 576. Hervorhebungen von mir — M.K.). 231 »Sie (d.h. die Schwierigkeiten) seien eine Folge dessen, daß die Anforderungen, die an ÖsterreichUngarn in militärischer Hinsicht und in Betreff der auswärtigen Politik herange treten seien, so große seien, daß sie nicht in Harmonie mit seinen wirtschaftlichen Kräften stehen . . . die Monarchie vor Aufgaben stehe, welchen sie allein wirtschaftlich nicht gewachsen isi. Zufolge der Überlastung ihrer Volkswirtschaft während des Krieges werde die Monarchie auch nach dem Kriege in einem sehr großen Maße auf Deutschland angewiesen bleiben.« (Ebd. S. 384. Hervorhebungen von mir — M.K.) 232 Die gefährlichen Folgen des von Czernin als falsch gebrandmarkten, eigentlich jedoch die Wirklichkeit getreu widerspiegelnden Eindrucks hat der Außenminister richtig erkannt (ebd. S. 500. Hervorhebungen von mir — M.K.). 233 Ebd. S. 501 und 504 .(Hervorhebungen von mir M.K.). 234 /. Redlich: Österreichische Regierung und Verwaltung im Weltkriege, S. 84. Dem ent sprach in Ungarn der Ges. Art. LXVIII. v. J. 1912, der zusammen mit den Ges. Artikeln Nr. XXX, XXXI, XXXII, XXXIII und LXIH aus demselben Jahre der ungarischen Regierung weitgehende Machtbefugnisse sicherte, für den Kriegsfall die notwendigen militärischen Schritte zu unternehmen, die zivile Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umzustellen, dann bei Ausbruch des Krieges fast diktatorische Maßnahmen zu treffen. (S. E. Iványi: Magyar minisz tertanácsi jegyzőkönyvek az első világháború korából, besonders auf S. 39.) 235 Redlich, a.a.O. S. 88. 236 Ebd. S. 89. 237 Ebd. S. 91 (Hervorhebung von mir — M.K.). 238 Vielleicht der nachteiligste der die Aktionsfähigkeit der Monarchie lähmenden Struktur fehler war die Zergliederung der Heeresverwaltung des Reiches. Neben dem die Angelegen heiten des gemeinsamen Heeres verwaltenden Kriegsministerium hatten das sich mit den