Mitteilungen des K. K. Archivrates 3.

Otto H. Stowasser: Das Archiv der Herzoge von Österreich. Eine Studie zur Überlieferungsgeschichte der habsburgischen Urkunden

60 Otto H. Stowasser. ungefarlich funff iar vor dato des prieffs und mich gefragt, ob ich nicht ainen prieff in meiner Verwaltung und pewarung hab die von Stubenberg be- trefennt umb Wurmberg und ob der selb prieff nicht von mir inprinngen wer, auch in was gestalt ich in hinaus geben wolt. Darauif ich gesagt, mir sei umb ainen solchen prieff wisen, ich woll darnach pesehen. Also hab ich darnach pesehen und ainen prieff und vermecht gefunden, der von fraw Angnes von Pettaw, hern Leudolt von Stumberg bausfraw, ausganngen, das si kaiser Fridrichen hochloblicher gedechtnus und irer kay. Mt. erben die geschloser Wurmberg, Sehwamberg und Hollenburgk mit allen iren zugehorung nach irem auch irer leibserben, das sun sein, abganng frey ledigklichen vermacht und verseimben hat. Solchs ich bemeltem Hans Kugker angezaigt, der darauff zu dem von Stumberg gezogen (und) die pericht gethan. Nachmallen hat herr Kaspar von Stubenberg den Sewastien Stadorfer, phleger auf Oberkarpfenberg, zu mir geschickt und umb pemelten prieff mit mir gehandelt, den ich im umb hundert K. g. verkauft und uberanntwurt, dagegen die bemélten hundert gulden in manus emphangen. Das will hiemit ofenntlich unpezwungen bekennt haben, damit der kay. Mt. solch geschlos und guetter durch mein pess handlung nicht verlaren werden, auch auff meiner seil und gewisen nicht liegen und damit von diser weit abschaiden. Solch mein pekenntnus hab ieh gethan und ofenntlich angezaigt vor dem hochwirdigsten fürsten und herren herrn Ma- theisen der heilligen Eo. kirehen cardinall, bischoffen zu Gurgk, und herrn Sigmunden von Ditrichstain, herrn Andre von Spangstain, Larenz Sawrer meinen gnedigisten, gnedigen und lieben herren. Des zu urkunt. 5. Caspar von Stubenberg schreibt Lukas Breitschwert wegen des Kaufes der Urkunde über Wurmberg. 1512 November 6. Or. Lieber Prayttswertt, mein guetwilligkait in albeg zuvor. Ewr schreiben mir in gehaym jungstlichen gethan hab ieh mit seiner innhalt vernomen. Wiewol ich mich gentzlich gegenn euch versehen, die Sachen woll zu mittl- mässigen, nicht destmynder bin ich der hoffnung, euch also darinnen ge­limpf lieh und guetwillig zu halten und funffzigk Eeinisch gulden deshalb an- nemen, wann ich euch yetzo gernn ein merers thun wolte; nu sindt dise zeit vili merklich mängel und beswärde im lannde Steyr, geprech der frueht, ausstänndt und annsleg der steuren furgefallen, das mir zu grossen unstatten und nachtail erraicht, will dannocht das genant gelt darstreckhen. Das wellet also unabgeslagen und beschehen lassen. Wann, wohin oder zu was zeit euch dasselb gelt soll erlegt und gegeben werden, wellet mich bey disem meinem dienner zaiger ditz brieffs in gehaym schrifftlich wissen lassen, das will ich umb euch hinfur, womit ieh mag, gernti vergleichen. Hiernit was euch lieb ist. Datum Stubegkh sambstags Leonhardi anno etc. im zwelfften. Caspar von Stubenberg obrister erbschenckh in Steyr etc. Meinem besonnder guet vertrautten Lucas Praitswertt, Komischer khayr. Mt. secretari zu hanndten.

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