Mitteilungen des K. K. Archivrates 3.

Otto H. Stowasser: Das Archiv der Herzoge von Österreich. Eine Studie zur Überlieferungsgeschichte der habsburgischen Urkunden

Das Archiv der Herzoge von Österreich. 57 2. Lukas Breitscliwert schreibt Laurenz Saurer, daß er außer den schon eingestandenen Fällen keine Urkunden aus dem Archiv entwendet hat. 1515, September 6. Edler und vesster herre. Als ewer vesst auf Egidii nechstvergangen zu Laehssenburg mir hat furgehaltten, kair. Mt. Vermutung sey, ich sol noch mer brief, dann ich vor angezeigt, hinaus geben haben und solchs zu er­kunden solt man mit strenger frag gegen mir verfaren etc. Nu wais got der almechtig daz mir an solhem ungleich geschäch, dann ich hab keiner persone noch Sachen, dann wie ir des mein handtschrifft (habt), hinausgeben, dann es were ein gros torheit, nach dem ich in ir Mt. hafftung bin, ich bleib ferrer darinn oder, ob ir Mt., als ich verhoff, mich begnadet, ettwas zu verhallten. Wie bestuend ich, wo solhs nachmals herfurkem. Ir wisst, do die scatel mit den Liechtensteinischen briefen durch meinen kneeht verlorn ward, daz ir mir die streng frag, als hiett ich die ubergeben, auch lieszt furhalten, daz sich aber mit eriindung nit er[z]eigt, sonder sy seind wie ich angzeigt darinn gelegen. Und wo ir mit der strenckhait geeilet und ich gleich in der marter, damit ich darab kemb, als ob ich die auch ubergeben, bekennt, so hiett ich mir selbst, auch den guten herren unrecht tan, als in diessem fall auch geschäch. Und will hiemit dise sach, mit mir ze hanndeln, in kayr. Mt. gnade und willen gesetzt und mich got dem almeehtigen, als solt ich ietzt sterben, bevelhen. das ich nit mer, dann wie ir des mein handtschrifft habt, hinausgeben hab. Und ob sein kay. Mt. vermutet, als solt ich in willen gewesst sein, die Paierischen und Ferer brief, die in dem truchlin ligen, irer Mt. zu entwenden und ietz beruerten fürsten zuzefuegen, hab ich nie gedacht, sonder ietzt vier iare die aus der bürg genommen der meynung zu ir Mt. zu reiten, das und andres anzuzeigen, in hoffnung dardurch gnade meinen sold zu erlangen. Ich hab auch die vor der Sperrung ewer vesst selbst angezeigt laut meiner handt­schrifft, dann wer wolt mich in XIX iarn, als ich die slussl bey meinen hannden und einen freyen Zugang dazu gehabt, an solchem verhindert haben? So seind die vorhanndten. Die vergangen pfingsten zwey iare lies sein Mt. mich auf ein eredeneial dureh ewer vesst ervordern und XX gulden zerung schaffen. Warde mein liebe hausfraw selig tödlich kranckh, als sich laider mit irm abgang er- schaint; macht solhe ehaffteu not, auch mangel der pferde, nit aus, als ew das wissund ist. Deszhalben oberuert Vermutung auf mich zu setzen mir un­recht besehäch. Bitt ew gar treulich, der kay". Mt. solchs anzuzeigen, daz ir Mt. solch gros Ungnade gnediglich gegen mir abstelle, mich so ungnedig- lich nit verfasst hallte, sonder widerumb anheim und zu meiner armut komén as, angesehen daz ich seiner Mt. lanng zeit gedient, darinn ein alter erlangt und groz arbeit mit den briefen, der gar vil sein, und unleidlickn gestanckh erlitten und nichts empfangen, sonder ob IIIIC gulden meins gelts darob verzert hab, das auch ich in zeit seiner Mt. ertzhertzogenstannd im Nider- landt in alle verde mit seiner Mt. gezogen und herr Sixt selig allwegen in stetten bliben ist, ich allain all brief mit grosser arbait geschriben und treulich gedient habe. Do auch sein Mt. zu Bruckh in hafftung was, bin ich mit meinen zweyen pferden gen Hulsst und Erdemburg geritten; da kein secretari herzu wolt, hab ich all Sachen und brief auf Oberlendisch und Niderlenndisch spräche allain gemacht und daselbst gros arbait gehabt, bis sein kay. Mt. heraus kam, als sein Mt. selbst wol wais und mir mein

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