Mitteilungen des K. K. Archivrates 3.

Otto H. Stowasser: Das Archiv der Herzoge von Österreich. Eine Studie zur Überlieferungsgeschichte der habsburgischen Urkunden

Das Archiv der Herzoge von Österreich. 45 uns, den Rechtsinhalt der Urkunde zu erfassen und jedes Regest weist als Zeitbestimmung mindestens die Jahreszahl auf, man sehe nur die vorstehende Abbildung an. Es kommen — allerdings selten — auch genauere Zeitangaben vor. Zudem sind die Urkunden einer Gruppe wenig­stens nach zeitlicher Reihenfolge zu ordnen versucht, wenn wir natürlich auch dieses Prinzip, das uns heute als der Anfang aller Ordnung scheinen will, noch oft genug durchbrochen finden. Diese Gruppen sind nun zwar ähnlich oder, besser gesagt, denen die wir im Tiroler Repertorium von 1484 fanden, gleichgeartet, aber die Einteilung ist doch um vieles erweitert und vertieft und die Gruppierung ist strenge durchgeführt. Und wie wir heute das Regest, das wir in ein Repertorium eintragen, auch auf dem Umschlag, in dem wir das Original hüllen, wiedergeben, um so das Suchen und Finden der Einzel­urkunde an Hand des Repertoriums zu erleichtern, vermerkte Putsch auf dem Rücken der Originale nun die Jahreszahl und die Gruppe, in welche das Stück gehört.1) Damit war das altbekannte System der Rückver­merke in eine nutzbringende Wechselbeziehung zum Repertorium ge­bracht und da das Archiv in 19 Kasten zu 8 Laden2) untergebracht und jeder Lade eine bestimmte Gruppe zugeteilt war, war so auf dem Original auch der Lagerort verzeichnet. Zu besserer Übersicht war des­halb im Indexband ein Verzeichnis der Gruppen und Laden vorange­schickt, gleichwie jeder der vier eigentlichen Repertorienbände an seiner Spitze die Aufzählung der darin vermerkten Gruppen bietet. So war das Auffinden nach Möglichkeit erleichtert und dem Verlegen vorgebeugt. *) Seltener kommen auch ganz kurze Regesten, eigentlich Sehlagworte, vor. 2) Das ergäbe 152 Urkundenladen; da aber im Kasten 17 = R, denn die Kasten waren mit den Buchstaben des Alphabets bezeichnet, die erste und zweite Lade als 129. für die Lehenbüeher wohl wegen deren Größe zusammengezogen waren, sind es tatsächlich nur 151 Urkunden! aden gewesen. 13+8 Abb. 2. Rückvermerk am Original; vgl. Abb. 1.

Next

/
Oldalképek
Tartalom