Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)
Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive
Aus dem Egerer Stadtarchive. 73 48. (1454 0.1455). — König Friedrich und Albrecht Herzog von Österreich, sein Bruder, schließen einen Frieden mit den Ungarn, welcher von jetzt kommenden Fronleichnamstag durch zwei Jahre Geltung haben soll. »Vermerkt die berednuß des frids, so zwischen...« (den oben Genannten) »durch Friedrichen Grafen zu Cilii gemacht und beslossen ist«. Danach sollen alle Schlösser in Ungarn, die Friedrich und die Seinen »in pfantschafft weiß mit dem swert ader in ander wege« an sich gebracht haben, nämlich: »Odemburg, Ginns, Rechnitz, Slemg, Pernstein, Teben, Katzenstain und Pawmgarten« mit allen Zugehörungen, und die Schlösser, die sein Bruder innehabe, als: »Forchtenstein, Eysnenstatt, Kobestorff, Lanße und Bella« mit ihren Zugehörungen in der genannten Zeit im Besitze der Brüder bleiben; Schloß und Stadt Raab, das sie (die Brüder) von Farkas Lasla und Peter Koler um 3000 ung. Dukaten ausgelöst hätten, wäre nach Herausschaffung des Gezeugs der Büchsen, des Pulvers und der Pfeile dem Bischof Augustin zu übergeben, der mitsamt seinem Kapitel zu geloben habe, nichts feindliches gegen sie zu unternehmen und jene 3000 Duk. zu ersetzen; über alle Ansprüche der Ungarn wäre dann auf einem Tage zu Wien, zu Martini, zu verhandeln, und hätte zu diesem Tage auch Papst Nikolaus einen Legaten zu senden. Lassla Ban hätte sich zu Urbani künftigen Jahres zu » Greytzenstein « und sein Geisel Hans von Warra in derselben Zeit zu »Gretz« zu stellen; beide Teile hätten sich in der genannten Zeit aller Zu- und Eingriffe zu enthalten. Ohne Datum. Fol. 56a bis 57a. — Da Abmachungen mit den Ungarn schon im Jahre 1453 im Zuge waren und Papst Nikolaus V. am 24. März 1455 gestorben ist, dürfte dieser Friede in das Jahr 1454 oder anfangs 1465 zu setzen sein. 49. 1456, Juni 29 (ertag nach sand Johans und sand Pauls tag 1456), Straubing. — Ratzko von Janowitz bekennt, sich mit Albrecht, Pfalzgrafen bei Rhein und Herzog in Bayern, um alle Kriege und Feindschaft, die zwischen ihnen lange Zeit gewesen sind, dahin geeinigt zu haben, daß alle gegenseitigen Gefangenen ohne Schatzung geledigt werden, daß er mit allen seinen Leuten fortan dem Herzog dienen wolle, daß diesem auch sein (des Razko) Schloß Riesenberg stets ein offenes Haus sein soll, was aber, »ab ein König zu Behem würd«, diesem nicht schädlich sein soll, daß er in seinen Kriegen mit andern Leuten in Bayern die dem Herzog zinsbare Mannschaft verschonen wolle, und daß ihm der Herzog für seine Dienste jährlich 200 fl. rh. zu zahlen habe. Von der Heeresfolge seien ausgeschlossen etwaige Züge gegen den König von Böhmen. Siegler: Der Aussteller, Ulrich von Janowitz, sein Vetter, und Hinzig Pflug, sein Schwager. Fol. 63 a bis 64 b.