Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)
Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive
Aus dem Egerer Stadtarchive. 43 43. 1428, Sept. 20 (montag vor sant Matheus tag anno etc. 28), Pilsen. — Der Eat zu Pilsen ersucht die von Eger, zweien Pilsner Einwohnern, die fromme Christen seien, Einkäufe in Eger besorgen zu lassen. Orig, auf Pap. m. S. als Versohl., Fasz. 695. — Palaeky, I, Nr. 541, S. 641. 44. (1428), November 19 (die sancte Elisabeth). — Heinrich von Maltitz, Hauptmann in Brüx, berichtet den Egerern, daß die Taboriten und Waisen, die in Meißen und in der Lausitz gewesen seien, nun gegen Kuttenberg zögen und zu S. Niklas auf einem Tage in Prag Zusammenkommen wollten, ferner daß der Jacubko, der den Frieden mit Brüx aufgesagt habe, gegen Luditz gezogen sei, daß die »Pfaffen czu Präge sich sere geezweyt« hätten und der »Pfaff Procop« (Prokop Hol/, der Geschorne) zu ihrer Berichtigung nach Prag ziehen wolle; die Egerer mögen auf ihrer Hut sein. Orig, auf Pap. m. S., Fasz. 1. — (Nicht bei Palaeky.) 45. 1429, Mai 23 (montag nach feyr der hl. drivaltikeit 1429). — Der Prager Landtag faßt Beschlüsse in Betreff des Verhältnisses und der Einwilligung der Böhmen zu einem künftigen allgemeinen Konzil und eines zweijährigen Friedens und Waffenstillstandes mit König Siegmund und allen seinen Untertanen in den benachbarten Ländern. Kopialbuch, Fol. 52b bis 53b. — Bei Palaeky sind diese Landtagsschlüsse nicht abgedruckt, wohl aber beruft er sich darauf im III. Bde., II. Abt., seiner Geschichte, S. 477. 46. (1429), Mai 31 (dinstag nach Vrbani), Waldsassen. — Abt Niklas von Waldsassen berichtet dem Egerer Bürgermeister Niklas Gumer- auer, daß er von dem (Egerer Pfleger Wend) llburg ersucht worden sei, ihm Volk nach Falkenau gegen die Hussiten zu schicken, und ersucht um Nachricht, wohin llburg eigentlich mit dem Volke wolle, und ob ihm die Egerer auch Hilfsvolk leihen würden. Orig, auf Pap. m. S. als Versek!., Fasz. 738. — Palaeky, II, Nr. 583, S. 38. 47. 1429, Juni 7 (dinstag nach Bonifacii anno etc. 29), Falkenberg. — Derselbe ersucht den genannten Gumerauer um Nachricht, ob die Hussiten wirklich gegen Falkenau vorrückten, und wie man vom Tage zu Nürnberg geschieden sei. Orig, auf Pap. m. S. als Verschl., Fasz. 738. — Palaeky, II, Nr. 585, S. 39, 40. 48. 1429, Juni 24 (an send Johannis bapt. tag), Preßburg. — König Siegmund schreibt einem Ungenannten: es sei unwahr, daß er mit den Ketzern Frieden geschlossen hätte; die Verhandlungen mit den Böhmen führe er in dem Sinne, daß sie sich den Beschlüssen des künftigen Konzils fügen und mit den Nachbarländern Frieden halten möchten; auf seine (des Ungenannten) angebotenen Kriegsdienste werde er im Notfälle zurückkommen. Gleiehzeit. Kopie auf Pap., Fasz. 1. — Palaeky, II, Nr. 588, S. 41, 42. — Begest bei Altmann, Nr. 7320, S. 91.