Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

36 Dr. Karl Siegl. das die Hussiten tapfer verteidigten und das Heer, darunter auch die Egerer, nicht zu erstürmen vermochte. Infolge der Uneinigkeit unter den Fürsten, der ungünstigen Witterung und da die zugesicherte Hilfe des Königs nicht eintraf, zogen die Kur­fürsten wieder ab, und zwar die Erzbischöfe von Trier und Köln durchs Egerland und der Pfalzgraf über Taohau heimwärts (Palacky, I, Nr. 148, S. 158). 8. 1421, Oktober 28 (ipsa die sanctorum Symonis et Jude ap. anno 1421). — Der Eat zu Frankfurt ersucht die Egerer um Nachricht, wo sich der röm. König dermalen auf halte: und was ihnen von den »Hussen odir andern fremden Sachen und leufften ichts« bekannt wäre. Orig, auf Pap. m. S. als Verseld., Fasz. 1. — (Nicht bei Palacky.) 9. 1421, November 2 (suntag nach all heiligen tag anno 21), Wald­sassen. — Bruder Niklas, Abt zu Waldsassen (Nikolaus Eppenreiter, als Abt Niklas III., v. 1416—1433), bestätigt den Egerem den Empfang der Briefe des von Plauen und des (Erkinger) von Saunsheim mit der Meldung, daß ihn der Burggraf von Tachau und der von Plauen um Hilfe gegen die »Hussen« gebeten hätte; was er »des treffleiche mere« weiter erhielte, wolle er ihnen wissen lassen und erwarte von ihnen das gleiche. Orig, auf Pap. m. S. als Verseld., Fasz. 738. — (Nicht bei Palacky.) 10. 1421, November 11 (an sant Merteins tag anno etc. 21), Wald­sassen.— Abt Niklas von Waldsassen meldet den Egerem, daß er von den Tachauern abermals um Hilfe gebeten wurde, fragt an, ob die Egerer auch hiezu bereit wären und berichtet weiter, daß sich »die Hussen starck sammen und schdllen in Pilsner krais sam kumen«. Orig, auf Pap. m. S. als Verseld., Fasz. 738. — (Nicht bei Palacky.) 11. (1422, zw. Feb. 9. und März 9.) — Wilhelm von Riesen­berg, Heinrich von Elsterberg, Heinrich von Plauen, Burg­graf Wilhelm auf dem Breitenstein, Sezema von Gotzau und andere namentlich nicht angeführte Herren (»a, b, c, d, e, f, g, etc.«), ferner die Bürgermeister und Gemeinden im Pilsner, Tachauer, Mieser, Teinitzer und Luditzer Kreise schließen mit Hasko von Wolfstein, Hauptmann zu Prag, einen christlichen Frieden bis nächsten Ostertag bei sonstiger Strafe von 10.000 Sch. Gr. für den, der ihn nicht einhält; bei vorkommenden Zerwürfnissen sollten Basor von Zinckaw und Jan von Herstein Richter sein. — Ohne Datum. Es folgen zwölf Unterschriften »auff der Breger seytenn« und zwölf »auff des landfrids seytenn«. Gleichzeit. Kopialbuch, 1368—1456, F, b, 3, fol. 25 ab. Bezold, der sieh auf diese Kopie beruft aber nicht abdruckt (I, S. 69, Fußnote 2) versetzt die Ausstellung der Urkunde in die oberwähnte Zeit, da Haschek von Waldstein vom 9. Feber bis 9. März die Hauptmannswürde innehatte. Doch wird im Texte der Urkunde nicht Haschek von Waldstein sondern »Hasko von Wolfstein« als Hauptmann in Prag bezeichnet. Es dürfte also eine Verschreibung des Kopisten vorliegen. 12. 1422, (Oktober 5, oder 12; montag zu nacht in der dritten stunt anno 22). — Hans Kotenplaner, Wenzel Gulden und andere

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