Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Dr. Václav Vojtišek: Das Archiv der Stadt Prag und seine Erforschung

48 Dr. Váelav VojtíSek. in Böhmen)« (Prag 1882) und endlich die Schrift »0 právu obce praíské k fece Vltavé (Das Anrecht der Gemeinde Prag auf den Moldaufluß)« (Prag 1882). Dr. Teige (geboren am 1. Juni 1862 in Prag) hat. noch ehe ihn sein Beruf an das Prager Stadtarchiv fesselte, bereits einige auf seinem Studium der Diplomatik der päpstlichen Urkunden und der böhmi­schen Landtafel basierende Schriften herausgegeben. Als solche sind zu nennen: Príspévky k diplomatice reskriptu papeáskych (Beiträge zur Diplo­matik der päpstlichen Reskripte)« (Prag 1896), »Beiträge zur Geschichte der Audientia litterarum contradictarum« (Prag 1896) und »Umluva (Ge­richtliche Mahnung)« (Prag 1893). Außerdem publizierte er die »Registra krále Vladislava II. von 1498 bis 1502 (Die Register des Königs Wladislav II. von 1498 bis 1502)« im »Archiv Cesky« XVIII. Als er in den Dienst des Prager Stadtarchivs eingetreten war, vertiefte er sich in das Studium der alten Topographie Prags, dem zwei bedeutende Werke, nämlich »Základy staróho místopisu Prazskóho (Die Grundlagen der alten Topographie Prags)« und »Zpn'tvy o statcích a pfech venkovskych z archivu mesta Prahy (Nachrichten über Landbesitz und auswärtige Rechtsstreitigkeiten aus dem Archiv der Stadt Prag)« entsproßten, abge­sehen von mehreren Beiträgen zur Topographie, von denen namentlich die im Verein mit Herain herausgegebene Schrift über den Altstädter Ring (Prag 1908) hervorzuheben ist. Außerdem sind ihm auch eine Reihe von kleineren Abhandlungen zu verdanken. Soll nun eine Übersicht über die in der Erforschung des Prager Stadtarchivs geleistete Arbeit geboten werden, so muß vor allem zuge­standen werden, daß, nachdem diese Erforschung früh schon in die Wege geleitet worden, verhältnismäßig genug geschehen ist, um das vor­handene Material zu klären und weiteren Kreisen der Wissenschaft zu­gänglich zu machen. Was die Publikation des urkundlichen Materiales anbetrifft, so sind die aus älterer Zeit erhalten gebliebenen spärlichen Reste in den »Regesta diplomatica regni Bohemiae«, deren ersten Band Erben und deren drei weitere Bände Emler unter Berücksichtigung der Eintragungen in den ältesten Stadtbüchern herausgab, verwertet worden. Schon zu Emlers Zeit standen vorbereitende Arbeiten zur Herausgabe eines Urkundenbuches der Stadt Prag in Erwägung und Celakovsky hat hierin mit seiner Publikation der Privilegien der Prager Städte im I. Bande des Werkes »Codex iuris municipalis« (in welches auch die Privilegien der Prager Zünfte und Gemeindestatute aufgenommen werden sollen) den ersten Schritt getan. Allein ein weiterer Schritt ist hierin anderer Arbeiten wegen nicht erfolgt. Und so kann man, was das ur­kundliche Material anbetrifft, lediglich noch auf die Studie Emlers »Über mehrere Urkunden, die den sogenannten hortus Angeli in der Neustadt

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