Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Kleinere Mitteilungen
Kleinere Mitteilungen. 275 conduxerit ad affictum a communi ad proximos incantus intelligatur nomine amborum in presenti societate et sit obligatus dictus Franciscus eum omnibus suis bonis dicto Petro ad omnem eius voluntatem et in fine presentis societatis dare et ostendere bonam et rectam rationem administrationis sue presentis societatis et de monte solvere debitum per eos contractum et in fine dictus Petrus debeat extrahere suum capitale et quidquid supererit de luero vel danno id totum debeat inter ipsas partes dividi per medietatem« ’). Die reichen alten Bücherschätze sind meist verloren gegangen. Großen Schaden hat auch hier das Erdbeben vom Jahre 1667 angerichtet. Das Eranziskanerkloster ist damals zum größten Teil zerstört worden und mit ihm die Bibliothek desselben. Weniger hatte das Dominikanerkloster gelitten. Seine Bibliothek hat sich damals erhalten und zählte im 18. Jahrhundert nach den Angaben des Historiographen P. Serafin Cerva an die 10.000 Bände. Was sich noch bis zum Ende der Republik durch die Fürsorge einzelner hochgebildeter Männer erhalten hatte, wurde in den trüben Zeiten der französischen Herrschaft zerstreut. Die Bibliothek der Dominikaner war damals verschwunden, nur kümmerliche Reste fand man auf einen Haufen geschichtet in einem Gewölbe. Die vergoldeten Initialen und Miniaturen schnitten die französischen Offiziere heraus, andere Bücher verschleppten sie, usw. Die Bibliothek der Franziskaner stellte der hochverdiente P. Innocenzo Ciulic durch Kauf, Geschenke und eifriges Sammeln wieder her. Diese beiden Bibliotheken sind jetzt, obwohl sie nur einen schwachen Rest der alten schönen Bestände enthalten, doch noch die besten der Stadt. Dasselbe Schicksal hatten die meisten privaten Büchersammlungen. Auch sie sind jetzt größtenteils verschwunden. In einzelnen alten Familien haben sich jedoch noch Reste erhalten und werden jetzt sorgsam als teures Erbgut gehütet. Das meiste ist zerstreut in verschiedenen Orten des In- und Auslandes, wie in der Universitätsbibliothek und im Landesarchiv in Agram und an anderen Orten. Als in neuerer Zeit das Verständnis für die alten Schriftdenkmäler wieder erwachte, ging man eifrig daran, das noch vorhandene zu sammeln, so daß nunmehr der überwiegend größte Teil bereits geborgen ist. Ragusa. Karl Kovac. Über drei Handschriften im Budapester Nationalmuseum. Herr Hofrat Professor Dr. Loserth machte mich auf die im folgenden beschriebenen drei Handschriften im Budapester Nationalmuseum aufmerksam, welche zweifellos aus den Kanzleien von Grazer Behörden aus der Zeit des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts stammen und einen für die innerösterreichische Geschichte wertvollen Inhalt haben. ') Diversa Notariae. 1510 bis 1512, f. 126.