Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

Zwischen Elbe mid Riesengebirge. 93 Neipperg etwa um 6 Uhr abends die Erkenntnis gewann. 10.000 bis 11.000 Mann gegenüberzustehen. Zweifellos blieb nichts anderes übrig, als sich einer Nieder­lage durch den Rückzug zu entziehen, der staffelförmig zu­nächst nach Gabel und dann auf die Höhen zwischen dieser Stadt und Postrum [Posterna] durchgeführt wurde, wo Neip­perg seine Truppen vereinigte, um nach Wartenberg zurück­zugehen. Die Deckung des Rückmarsches auf die Höhen südlich Gabel bewirkten zwei Kompagnien, die sich beim Friedhof festsetzten. Dank dem zögernden Vorgehen des Feindes voll­zog sich der Rückzug ohne sonderliche Störung. Nur die Gruppe bei Hermsdorf hatte sich noch nicht in Sicherheit gebracht, als die Nachhut Gabel bereits geräumt hatte und geriet in Gefahr, durch die von der Westseite der Stadt gegen das Schloß Neufalkenburg vordringenden Feinde abgeschnitten zu werden. Auch ihr wurde durch die Entschlossenheit und Tapferkeit des Oberjägers Groß Rettung '). Neipperg, der vom Neißberg nördlich Gabel das Gefecht und den Rückzug geleitet hatte, konnte mit dem Ergebnis des Tages sehr zufrieden sein1 2). Mit etwa 2300 Mann 1) „In der Affaire bei Gabel am 19. August wurde die 2. Kompagnie des (i. Jägerbataillons zur Deckung der linken l'lanke bei Hennersdorf jHermsdorf] beordert. Oberjäger Konrad Groß mit 30 Mann erhielt den Befehl, am rückwärtigen Kreuzwege sich aufzustellen. Als die eigene Truppe, von den starken feindlichen Abteilungen gedrängt, zum Rückzug befohlen wurde, bekam der Oberjäger den Auftrag, hinter Gabel zurück­zugehen. Unterdessen hatte der Feind Gabel besetzt und Abteilungen nach dem Schlosse detachiert, um der Kompagnie den Rückzug abzu­schneiden. Als dies Oberjäger G roß bemerkte, ging er, ohne Befehl abzu­warten, gegen den anrückenden Feind vor, vertrieb dessen Plänkler und besetzte rasch das Schloß. Der Weg durch dasselbe war der einzige, auf dem die Kompagnie sich mit dem Bataillon wieder vereinigen konnte. Der Oberjäger verteidigte das Schloß so lange, bis die 2. Kompagnie heran­gekommen war, wodurch sie der Gefangennahme entging.” Groß erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille. (K. A., H. K. R. 1815, M 1, 25/84, Nr. 70.; 2) Darstellung des Gefechtes vornehmlich nach dem Operations­journal der 2. leichten Division, dann der Gefechtsrelation N eipp ergs und dessen Meldungen an Schwarzenberg, Wartenberg, 20. August, und an Pah len, Böhm. Aicha, 20. August (K. A., F. A. 1813, Haupt­armee, VHT, 345, 345 b, 362 a).

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