Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)
Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813
Zwischen Elbe und fiiesengebirge. 81 Hinter dem 8. Korps und dem 4. Kavalleriekorps bei Zittau—Eckartsberg liatten sich am 19. zu versammeln: das 2. Korps (Aufbruch 5 Uhr früh), die Gardekavalleriedivision Oraano und die Divisionen alte Garde zu Fuß und zu Pferd (Aufbruch 6, beziehungsweise 8 Uhr früh von Görlitz), die Division junge Garde ßoguet (ab Schönberg über Ostritz um 5 Uhr früh); bei Seidenberg die beiden Divisionen junge Garde unter Mortier (ab Lauban, 6 Uhr früh), bei Deutsch Ossig die Dragonerbrigade Reiset des 1. Kavalleriekorps, dessen Gros am 20. möglichst bis Zittau gelangen sollte. Sogar Marni ont erhielt Befehl, sein Korps derart bereitzustellen, daß es binnen zwei Stunden von Bunzlau gegen Zittau abrücken könne, um in zwei Märschen dahin zu gelangen. Auch die Brückenequipagen und der Geniepark wurden nach Ostritz beordert. Der "Wille des Feldherrn gibt sich in diesen Maßnahmen kund. B erthier legte in einem Schreiben an Saint Cyr noch deutlicher die nächsten Absichten dar: „Ich denke, der Kaiser wird morgen sein Hauptquartier nach Zittau verlegen : er wird übermorgen den 20. die böhmische Grenze überschreiten . . . und die Russen en flagrant délit nehmen. Rücken Sie in Böhmen ein, der Kaiser will Tetschen haben . . . Es ist notwendig, daß Sie an beiden Ufern der Elbe offensiv werden . . .” Aber es sei auch möglich, daß diese Kombination durch eine energische Offensive des Gegners gegen Dresden durchkreuzt werde ; in diesem Falle müsse sich Saint Cyr nach seinen ersten Instruktionen verhalten1). In den Stunden, in denen die eben zusammengefaßten Befehle des Kaisers nach allen Richtungen abgesendet wurden, trat jedoch wieder eine Reaktion im Hauptquartier ein1 2). Die Ursache ist nirgends klar ausgedrückt, sie läßt sich aber mit Bestimmtheit erweisen ; noch in den späten Abendstunden des 18. scheinen im Lager des Kaisers Nachrichten über die Verhältnisse bei der schlesischen Armee eingelangt zu sein. 1) Ordres, II. 51. 2) Erst die Veröffentlichung der Ordres und Rapports Berthiers und die Benützung der arcliivalischen Quellen ermöglicht es, in diesen Wandel der Stimmungen einzugehen, auf den noeh in keiner Detaildarstellung hingewiesen ist (Vergl. Frieder io h, Herbstfeldzug, 1,188). Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. VIII. Bd. 6