Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

Zwischen Elbe und Riesengebirge. zutreffend angenommen hatte, der Franzosenkaiser werde sich gegen Blücher wenden, begann er sofort eine kräftigere Kriegführung in den ihm zugewiesenen Abschnitt zu fürchten. Er bat S chwarzenberg dringend um schnelle Übersen­dung von Verhaltungsbefehlen. Bis zu deren Einlangen wolle er die Stellung bei Röhrsdorf, eventuell mit Zuhilfenahme der flankierend einzusetzenden Gruppe bei Gabel, hartnäckig be­haupten und, wenn dies nicht gelänge, mit der Mittelgruppe nach Oschitz, mit den Flügeln gegen Langenbruck und Böhm. Leipa zurückweichen und versuchen, dem Feinde durch Führung des kleinen Krieges Abbruch zu tun. Seine Absicht sei. die Division schließlich an der oberen Iser zwischen Münchengrätz und Tumau zu vereinigen. Er hoffte, den Feind durch diese Flankenstellung am Vorstoß in die Flanke der an die Elbe ziehenden russisch-preußischen Reserven zu hindern. Seien diese schon über den Fluß gelangt, so scheine ihm diese Stellung gleichfalls am günstigsten zu sein, um die Verbindung zwischen der schlesischen und der Hauptarmee zu erhalten *). Der Oberst Zichy wurde beauftragt, den Posten Böhm. Kamnitz mit einer halben Eskadron zu verstärken, damit die Stellung bei Röhrsdorf nicht umgangen und die Ver­bindung der Division mit der Elbe nicht unterbrochen werden könne2). Endlich erhielt der Obstl. Blankenstein den Befehl, seine Gruppe zwischen Weißkirchen und Pankraz enger zu versammeln, jedoch Grottau und die Gegend bei Hohenwald beobachten zu lassen, damit der Feind nicht unbemerkt in Flanke und Rücken der Stellung bei Wüst-Olbersdorf Vor­dringen könne. Sollte diese geräumt werden müssen und sich keine Gelegenheit ergeben, dem Vordringen des Feindes gegen Reichenberg durch Bedrohung seiner Flanke Schranken zu setzen, so hatte Blankenstein mit seinen beiden Eska­dronen, den beiden Kompagnien des 5. Jägerbataillons und der zu ihm stoßenden Oberstleutnantdivision von Kaiser- Husaren nach Pankraz zurückzugehen und die von Kratzau nach ‘) Neipperg an Schwarzenberg, Gabel, 18. August (Jv. A., F. A. 1813, Neipperg, VIII, 65).-) Zu entnehmen aus Zichys Meldung vom 18. August, 11 Uhr 30 Min. vorm. (K. A., F. A. 1813, N ei pp erg, VIII, 61).

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