Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

Die Division Jellacic im Mai 1809. 217 Gefangenen, die sie verloren, erwähnen sie nirgendsx). Einen Teil der gefangenen Österreicher scheinen die Franzosen nach Entwaffnung freigelassen zu haben, wohl um sich durch die für den Rücktransport erforderliche Bedeckung nicht zu sehr zu schwächen2)- Von den übrigen gelang es vielen, während des Transportes nach Italien zu entweichen3)­Kapitulation von Rottenmann. Die Niederlage von St. Michael hatte noch ein trauriges Nachspiel. Wie erwähnt, hatte EML. J e 11 a c i é die Gruppen, die unter Oberstleutnant Plunkett und de La Bussiére zur Sicherung des Ennstales bei Aussee, Paß Pyhrn und Altenmarkt standen, ursprünglich zur Vereinigung mit seiner Division bei Steinach und Liezen befohlen4). Tatsächlich stieß die Gruppe von Aussee am 22. Mai bei Steinach zur zurückgehenden Division und jene von Paß Pyhrn stand am 23. Mai bei Liezen zum Anschluß bereit5). Indessen hatte Jellacic aber von Erzherzog J o h ann die Weisung zum Besetzthalten der Eingänge von Österreich den Aufzeichnungen Lachmayrs (Mitteilungen des Historischen Ver­eines für Steiermark, XXIII, 71) hatten die Franzosen 496 Verwundete, darunter auch DG. D u r u 11 e. 1) Bei den Österreichern machen die blutigen Verluste 17°/o, davon über lU Tote, jene an Gefangenen 55% des Gefechtsstandes aus, hei den Franzosen erstere 4'5°/o, davon % Tote, letztere 0'5%. 2) Ignaz Kettner, Altsappeur hei der Arriéregarde der Division Jellacic und später Landsturmführer in Salzburg, sagt in seiner Selbst­biographie (Schallhammer, 307), die Franzosen hätten alle, darunter auch ihn selbst, freigelassen; ersteres ist zweifellos irrig, denn Leithner, 152, schreibt, daß 2400 Gefangene durch Judenburg nach Italien geführt wurden. Wahrscheinlich entließen die Franzosen nur eine Anzahl, darunter wohl die Leichtverwundeten. a) Leithner, 153. Während des Transportes versuchten die Gefangenen in Klagenfurt sogar eine Meuterei, die aber durch einen zufällig losgegangenen Schuß vorzeitig verraten und von den Franzosen verhindert wurde. Dennoch entkamen hier viele mit Hilfe Klagenfurter Bürger. Der Best wurde weiter über den Loibl durch Krain trans­portiert, wo auch noch einige zu entkommen vermochten (Fellners Manuskript, 197). *) Vergl. Seite 179, 180. 5) Vergl. Seite 183.

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