Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

Die Division Jellacic im Mai 1809. 209 2. Treffens 1j und den 2 Bataillonen 622) der unmittelbar ge­folgten Keserve gegen die vom Fresenberg herabgedrängte österreichische rechte Flügelgruppe. Dadurch vom Rückzug zur St. Michaeler Brücke abgeschnitten, versuchte diese Gruppe die Richtung gegen Mautern einzuschlagen, stieß aber auf die Abteilung Forestier. So von drei Seiten von Valentin, Roussel und Forestier umringt, wurde sie völlig zer­sprengt oder gefangen. Die anderen österreichischen Abteilungen drängten gegen St. Michael. Kaum die Hälfte aber vermochte über die dortige Liesingbrücke die Straße St. Michael, Leoben zu gewinnen3); die anderen fielen westlich der Liesing dem nachstürmenden Gegner, besonders dessen Reiterregimentern, in die Hände4)_ Der Vizekönig ließ sofort durch Seras die Verfolgung aufnehmen, um die Zerstörung der Murbrücke bei Leoben zu verhindern; er gab ihm hiezu den BG. Dessaix mit dem 62. Regiment der Division Durutte bei5). Das Gros letzterer *) Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809 (du C a s s e, V, 250), sagt ausdrücklich, daß Valentin für den Frontal­angriff Seras unterstellt war; ebenso Vaudoncourt, I, 307. Vi- g n o 11 e, IV, 1373 und Gaillar d-Fleuriot, Historique du 62e regi­ment d’infanterie, 111, behaupten, die Gruppe Valentins hätte durch eine Umgehung noch auswärts Roussels, den österreichischen rechten Flügel gefangengenommen. Diese Angabe läßt sich nach der unzweifel­haften erstgenannten nur durch ein Mitwirken Valentins an dieser Gefangennahme in der hier geschilderten Art erklären. Auch Schneid a- w i n d, Prinz E u g e n, 82, schreibt die Gefangennahme Valentin zu­2) Gaillard-Fleur io t, 111, erwähnt die Beteiligung dieser Bataillone an der Gefangennahme des österreichischen rechten Flügels. 8) Hiebei zeichnete sich besonders Korporal Gregor Horváth der Fahnenträger anscheinend des 2. Bataillons Esterházy, aus, der mit einiger zusammengeraffter Mannschaft die Fahne mutvoll verteidigte und in Sicherheit brachte, wofür er die goldene Tapferkeitsmedaille bekam. Auch Zugsführer Matthias W a 1 d h a u s e r von de Vaux tat sich hei Rettung einer Fahne seines Regiments hervor (K. A., H. K. R. 1809, G 4, 186/45). 4) Die Angabe de Laborde, 225, und du C a s s e, V, 121, die Kavallerie hätte mehrere österreichische Bataillone in St. Michael ge­fangen, dürfte sich räumlich auf die ersten Häuser des Ortes westlich der Brücke beziehen, da die Gefangennahme dort wahrscheinlicher ist als östlich der Brücke. 5) Dessaix-Folliet, Le général Dessaix, 197. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. VII. Bd. 14

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