Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)
Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel
Die Division Jellacic im Mai 1809. 203 Die Division Durutte war noch im Anmarsch. Nach Orientierung über die Lage gab der Yizekönig die Befehle für den Angriff des ganzen Korps Grenier aus. Seras hatte die Gruppe, die am Fresenberg kämpfte, auf 5 Bataillone zu verstärken; unter Befehl des BG. Eoussel hatte sie sogleich den feindlichen rechten Flügel am Fresenberg anzugreifen. 2 ihrer Bataillone unter Greniers Korpsgeneralstabschef Major Forestier sollten diesen Flügel völlig umgehen und über die Berge die Straße nach Bottenmann gewinnen. Die Division Durutte hatte dem BG. Eoussel noch 1 Bataillon des 23. leichten Infanterieregiments nachzusenden. Das Gros des Korps sollte zunächst vor dem Rideau aufmarschieren. Hiezu hatte S e r a s die restlichen 6 Bataillone seiner Division zwischen den Bergfüßen und der Mur, also gegenüber dem Zentrum und dem linken Flügel des Feindes, in einem Treffen zu entwickeln; ihm wurde von der Division Durutte noch BG. Valentin mit 3 Bataillonen des 23. leichten Infanterieregiments zugewiesen, die ein 2. Treffen hinter der linken Hälfte des 1. formierten. Zwischen das 1. und 2. Treffen1), wahrscheinlich in der Nähe der Straße, entlang welcher das Rideau am leichtesten zu nehmen war, kamen das 6. und 9. Jägerregiment zu Pferd; deren Kommandanten, die Adjutanten des Vizekönigs Oberst T r i a i r e und Delacroix, hatten die W eisung, den Gegner zu attackieren, sobald die eigene Infanterie an ihn herangekommen wäre. Das Gros der Division Durutte, BG. Dessaix mit 2 Bataillonen 62 und dem 102. Regiment, hatte die Korpsreserve hinter dem 2. Treffen zu bilden. tümlich sogar nach Madstein verlegen, und sagen, die Österreicher hätten die Franzosen bis St. Valburga, mit Teilen sogar bis Kaisersberg verfolgt. Letzteres, was auch Originaljournal 25. Mai behauptet, ist entschieden unrichtig, denn nach den gegebenen Zeitdaten hätte Seras dann nicht um 11 Uhr vorm, wieder in voller Ordnung unterhalb des Kideaus stehen können. Auch hätte Ettinghausen von einer so weitgehenden Verfolgung wohl etwas erwähnt. •) Eugen an Napoleon, St. Michael, 25. Mai 1809 (d u Gasse, V, 230); du Casse, V, 128; Vignolle, IV, 1373. Vaudon- court, I, 307, verlegt die Kavallerie hinter das 2. Treffen, was nach dem Gefechtsverlauf weniger wahrscheinlich ist.