Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

Die Division Jellacic im Mai 1809. 193 ehestens in Bewegung zu setzen, um J e 11 a c i c bei St. Michael den Weg zu verlegen. Grenier wies die Division Seras an, mit Tagesanbruch die Vorrückung gegen St. Michael anzu­treten y nach ihrem Durchmarsch durch Knittelfeld sollte ihr die hier nächtigende Division Durutte folgen1). Vormarsch der Division Jellacic nach St. Michael. Indessen war die Division Jellacic am 24. Mai mit dem Gros von Kottenmann in den Raum Mautern, Kallwang* 2) gerückt, wo sie des langen Marsches wegen3 4 *) erst gegen 3Uhr nachmittags eintraf; die Vorhut, 2. und 3. Bataillon Ester­házy, kam noch 8 km über Mautern hinaus nach Kammern und Seitz4 *). Um sie am nächsten Tage abzulösen, zog J ellacic the bisherige Nachhut, 1 Bataillon Warasdin-Kreuzer unter Major Z s e m s ey, zu ihr vor. Dieses Bataillon erreichte daher seine Nächtigungsstationen erst um Mitternacht6). Im Schlosse Ehrnau westlich Mautern, wo Jellacic nächtigte, erhielt er, anscheinend gegen 5 Uhr nachmittags, den Befehl des Erzherzogs Johann aus Graz, 23. Maic), der Erzherzog zweifle, sich bis 26. in Graz halten zu können, Jellacic solle daher trachten, die Vereinigung schon am 25. zu bewirken; hiezu wird ihm neuerlich, wie schon im Befehl vom 20. Mai, das Einschlagen des Diebsweges, das ist des geraden Weges Leoben, Erohnleiten, empfohlen7). in Klagenfurt bei Wahl der Marschlinie über Unzmarkt und Leoben auch das Abschneiden eventuell aus Salzburg zurückgehender Teile der Österreicher bezweckt habe. *) Die Division Durutte muß von den bisherigen Märschen (am 24. von Neumarkt nach Knittelfeld, 54 km) sehr hergenommen gewesen sein; sonst ließe sich der Wechsel der Divisionen in der Marschordnung gerade in diesem drängendem Augenblick schwer erklären. 2) Halbwegs Wald und Mautern. s) Rottenmann—Mautern 41 km. 4) Kammern 6 km östlich Mautern, Seitz 2 km östlich Kammern. 6) Angabe des Bataillonskommandanten (Z wie di neck, St. Michael, 28). 6) Im Wortlaut Anhang XXVI. 7) Dieser Weg war wohl statt 40 km, wie die Straße Leoben— Bruck—Frohnleiten, nur 30 km lang, dafür ein minderer Gebirgsweg mit über 600 m Auf- und Abstieg. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarohivs. Dritte Folge. VII. Bd. 13

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