Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai
82 den gewonnenen Adlern und dem Berichte der Schlacht an den Generalissimus von Sacile abgesendet. In Istrien war nach der Einnahme von Capodistria, am 18. Pirano, am 20. Cittanova gefallen. Am 21. wurde Rovigno, am 24. Pola genommen, damit Istrien ganz geräumt ; die dazu verwendeten Truppen wurden zur Blockade von Palma bestimmt. Von Seite der Marine wurde Grado am 15. genommen. 3 Offiziere, 30 Mann und 3 Kanonierschaluppen fielen in ihre Hände. Oberstleutnant Maidich wurde mit 12 Fahrzeugen nach Dalmatien, Oberstleutnant Flanegan mit 15 gegen Venedig bestimmt. An der Grenze Dalmatiens war noch alles ruhig. GM. Stoichevich rüstete sich noch immer und verlor dadurch Zeit, Marmont sammelte sich. Am 18. erfuhr ersterer, daß es dem letzteren gelungen wäre, durch Bestechung der Türken sich den Weg durch das Gebirge längs der Grenze zu verschaffen und daß er nächstens die Kampagne eröffnen würde. Daher wollte er nun Vorkommen ; ihn zu unterstützen wurde Zach beordert, alle Kräfte Krains und des Litorale aufzubieten. Am 21. blieb die Armee bei Conegliano in Kanto- nierung stehen. Die Avantgarde hatte die Brücke hergestellt. Die Avantgarde rückte hinüber und auf die Straße gegen Treviso nach Preveriano. Diese Stadt hatte bereits Oberst Gyurkovics besetzt. Er war bei Saletto über die Piave und hatte Posten gegen Frascada, Mestre vorgeschoben. Der Erzherzog ließ, da die Pontons angekommen waren, bei Narvese eine Brücke schlagen, welche auch den 23. früh fertig wurde. Die Armee rückte in zwei Kolonnen über die Piave, die eine auf der Straße nach Treviso, die andere bei Narvese nach Villorba; vor ersterer Stadt und letztbenanntem Ort bezog sie ein Lager. Die Avantgarde nach Castelfranco, Camposampierro und San Martino besetzt. Der Feind hinter der Brenta, Oberst Gyurkovics gegen Mestre nach Mogliano, Zuccari war in Feltre, Graf L o dr o n in Primolano. Der Feind hatte seinen Rückzug in zwei Kolonnen von der Piave aus angetreten. Die eingetretene Witterung hatte ihm Zeit gelassen, sich zu sammeln, Verstärkungen an sich zu ziehen, worunter