Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

I. Kapitel (Vorgeschichte des Krieges)

42 in der Folge viel nachgeschoben wurde, kam daher, weil die Armee, einmal in Italien fast nichts bedurfte und vom Lande lebte. An eigenem Fuhrwerke sollte die Armee 9 Divisionen haben und es waren 2 errichtet, 1 im Zusammensetzen; auf die Wege in dieser Jahreszeit und auf die Hindernisse der Natur in einem hohen Gebirgslande, wenn man auf eine Straße beschränkt ist, mußte auch gedacht werden. Gewiß wäre selbst das Heer aufgelegen, wenn es länger in Kärnten geblieben und nicht nach Italien vorgebrochen wäre, ungeachtet der Tätigkeit und aller angestrengten Maßregeln, die Graf Saurau ergriff, um für alles zu sorgen. Um ein Monat zu spät hatte man alles gedacht und sehr leichtsinnig alles jenes geachtet, was es bedarf, um ein Heer bei einem Kriege an nichts aufliegen zu lassen. Alle diese Betrachtungen und die Kenntnis der ge­teilten und schwankenden Meinungen, die in Wien herrschten, bewogen den Erzherzog, bestärkt durch die bestimmt ein­getroffene Nachricht, daß in Tirol fast nichts stände und in Italien die feindseligen Streitkräfte sich sammelten, folgenden Operationsplan vorzuschlagen'): ,,In Krain, der Gegend von Präwald und Obcina, ein Korps von 5 Bataillonen, 8 Eskadronen und 15 Bataillone Landwehr unter dem FML. Knesevich aufzustellen, um Krain und Triest zu decken.” „In der Gegend von Villach werde ich den größten Teil der Streitkräfte, bestehend aus 39 Bataillonen, 34 Es­kadronen und 12 Landwehrbataillonen sammeln; dieses ist zur tätigen Offensive bestimmt. In Oberkärnten 2 Bataillone, 1 Eskadron, 6 Bataillone Landwehr, GM. Fenner, für das J) Auch die Überzeugung, daß jenes, was die vorher angeführten Be­trachtungen sagten, nämlich den Zuschub aus Salzburg und Bayern, den Rück­zug dahin etc., Sachen seien, die leicht gesagt, aber nicht so in der Ausführung möglich wären. Nachrichten gaben an, daß in Tirol keine Magazine angelegt wurden und daß die feindlichen Streitkräfte in Deutschland zwischen Lech, Isar, Donau und Würzburg, in Italien zwischen Isnitz, Tagliamento, Piave stünden; es scheine, der Feind sei nicht gesonnen, für den ersten Augenblick Tirol zu besetzen, in der Meinung, daß die ersten Schläge entscheiden müssen überdas Schicksal des Ganzen; Tirol könne lang nicht ein ansehnliches Heer ernähren und selbst wenn Österreich es besetze, so bedürfe es Zeit, um Vorräte zu sammeln; günstige für Frankreich ausgefallene Schläge würden dann eine schnelle Räumung bewirken.

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