Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

V. Kapitel. Von der Ankunft zu Körmend bis zu der Einrückung in die Kantonierungsstationen nach erfolgtem Stillstand. Vom 1. Juni bis 25. Juli

152 überschwemmen und zu verheeren, wo er nun nach ge­wohnter Weise an Unschuldigen und Wehrlosen Rache nimmt, so hoffe ich doch zu Gott, daß der Augenblick nicht mehr fern sei, wo diese tollkühne Vermessenheit ihre Züchtigung finden wird, wo ich Euch jene schnelle und wirksame Hilfe senden werde, auf die Ihr die vollgültigsten Ansprüche habt. Schon hat meine Armee einen entscheidenden Sieg über die Feinde erfochten, welche nach einem bei­spiellosen Verluste sich zurückzuziehen gezwungen wurden. Bedeutendere Ereignisse werden, mit Gottes Beistand, diesen folgen, und dann werden wir uns wieder die Hände reichen und mit vereinigten Kräften dem Feinde Trotz bieten. Bis dahin harret aus. Ihr habt der Welt gezeigt, was ein tapferes Volk vermag, wenn es für die Erhaltung seiner Religion und für seine Befreiung von fremdem Joche die gerechten Waffen ergreift. Die Vorsehung hat Euere Unternehmungen gesegnet, sie wird es ferner tun; der Gedanke, daß die Zeit der Prüfung nur kurz sein wird, stähle Euren Mut und halte Euch aufrecht, damit wir rühm­lich den großen Kampf endigen, den uns Ehre und Pflichten gegen die Nachwelt abgenötigt haben.” Diese Schrift sandte der Erzherzog nicht, sie hatte aber das nämliche Schicksal wie die erste. Eine gleich­lautende, wurde auf einem anderen Wege hineingesandt und in Tirol allgemein bekanntgemacht. Der Vizekönig war am 8. in Steinamanger. Lauriston bewegte sich gegen Sárvár; ersterer wurde auf 18.000, letzterer auf 4000 geschätzt. Dieses berichtete der Erz­herzog Sr. Majestät und dem Generalissimus und schrieb es an den Palatin ; seine Absicht war, jenem Teil des Feindes, der über die Raab ging, entgegenzurücken. Am 9. rückten die Truppen in der Nacht nach Tüskevár über Tűrje. Oberst Besan machte die Arriéregarde; zu Tűrje ver­einigte sich Oberst Boxich, Oberstleutnant Geramb beobachtete die Raab. Schon an diesem Tage besetzte der Feind Sárvár, Csénye, Niczko, Köczöl. Montbrun erschien in Sovenyhaza an der Rabnitz. Am 10. wurde in Tüskevár haltgemacht und daselbst eine Stellung gewählt, um einem über die Marczal vordringenden Feind zu begegnen. Karakó

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