Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
V. Kapitel. Von der Ankunft zu Körmend bis zu der Einrückung in die Kantonierungsstationen nach erfolgtem Stillstand. Vom 1. Juni bis 25. Juli
148 daß GM. Schmidt bereits bei Sachsenburg' stünde. Der Erzherzog erwarte die Antwort auf die dem Generalissimus gemachten Vorschläge. Die Zeit sei kostbar, der Marsch hinter der Donau nur schädlich, Chasteler und Gyulai blieben sich selbst überlassen; die Insurrektion bei Raab, schwach und unerfahren, würde bald vertrieben werden, dann fällt bald Raab und dann Komorn. Wie soll die Offensive geführt werden, wer die Vereinigung der Korps mit Napoleon hindern? Ob er bleiben und den Feind auf sich ziehen oder nach Innerösterreich mit den anderen sich vereinigen oder des Feindes Verbindung wehren oder wo hervorbrechen solle, möge er (der Kaiser) prüfen, er (der Erzherzog) erwarte Befehle von ihm. Es gäbe Augenblicke, wo man etwas auf sich nehmen müsse. Es war vom Generalissimus ein erneuerter Befehl gekommen. Er lautete: Weil beide Korps herabgekommen, daß der Erzherzog nicht mehr selbständig handeln könne und die Insurrektion, um Ungarn von Streifereien zu decken, hinlänglich ist, so sollte der Erzherzog, ohne Banus, längs der Raab und Marczal in die Schütt und durch diese nach Preßburg rücken, wo ein Tete de pont sei und er ein verschanztes Lager anlegen will, als Offensivepunkt am rechten Ufer; der Erzherzog soll seine Stärke und den Tag des Eintreffens einsenden. Da Napoleon alle Korps zusammenzöge, so solle er beschleunigen. Es war am 7., als der Erzherzog, vergeblich auf eine Antwort wartend, die seine Vorstellung bewirken mußte, den Entschluß faßte, aufzubrechen und sich der Insurrektion zu nähern. Er schrieb Sr. Majestät, daß, nachdem er keine Antwort erhalten und ihm der Palatin schreibe, daß er alles vermöge Weisung des Generalissimus bei Raab vorbereitet habe, so rücke er dahin ab; den 13. würde er dort eintreffen. Schon am 2. hatte der Palatin den Erzherzog in die Kenntnis gesetzt, daß bei Raab keine Brücke geschlagen sei, noch daß Fahrzeuge dortselbst wären, um eine zu errichten; es war also die einzige Verbindung über Komorn. Sein Wunsch war, der Erzherzog möge in seiner Nähe am rechten Donauufer bleiben und die Gräben und Übergänge über die Marczal halten; er machte deswegen seinerseits