Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
138 den Feind zu schlagen trachten. Die Unmöglichkeit, dieses auszuführen, war da. Das Zögern der Hauptarmee, ihren Sieg zu verfolgen, ließ wenig Vorteile von so einer gewonnenen Schlacht erwarten. Der Erzherzog beschloß, da ersteres nicht mehr möglich war, alles zu sammeln und dann wieder tätig zu operieren. General Lauriston war, nach der Vereinigung mit dem Vizekönig, wieder umgekehrt und hatte Odenburg besetzt, 3000 Mann Infanterie, 1000 Pferde, 20.000 Mann zog'en den 29. und 30. durch das Mürztal dem Semmering zu. Am 30. zog sehr früh die Arriéregarde von Graz ab und übergab die Posten in der Stadt der Besatzung, sie rückte nach Gleisdorf. Major Stransky stand in Ruprecht, Trauttenberg in Anger, FML. Gyulai in Radkersburg; der Erzherzog über Ilz nach Fürstenfeld. General Grouchy rückte abends erst in die Stadt Graz, die er mittels Kapitulation erhielt, die Zitadelle wurde nun berannt. Hier (Fürstenfeld) brachte ein Kurier von Seite des Generalissimus den Befehl, den Rückzug nach Körmend anzutreten. Sollte der Feind folgen, so wäre weiter, hinter die Raab und Marczal zu gehen; er glaubte eher angegriffen zu werden, als er zum Übergänge bereit war. (Damals wankten schon die Meinungen.) Am 31. standen die Truppen in St. Gotthard, hier vereinigte sich FML. Gyulai. Stransky stand in Ilz, Trauttenberg in Hannersdorf, Attems in Pinkafeld; der Feind besetzte Güns mit 500 Mann, folgte aber nicht auf der Gleisdorfer Straße; in diesem letzten Orte waren noch Posten von der Arriéregarde, welche Ilz und Fehring besetzt hielten. GM. Andrássy stand vor Könnend mit dem Veszprimer und Pester Husarenreg'iment. Am 1. Juni rückte der Erzherzog nach Körmend, hielt St. Gotthard, Petersdorf, Steinamang-er durch die Vorposten besetzt. Aus Tirol erhielt der Erzherzog oft Nachrichten durch vertraute Boten; am 18. stand Buol auf dem Brenner. Die Höhen von Schabbs waren besetzt, Leiningen stand gegen Bozen. FML. Chasteler war in Mühlbach und wäre also dem Erzherzog leicht, es zu bewerkstelligen, den GM. Andrássy an sich ziehen. Er billigte, daß Chasteler verstärkt worden.