Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

125 Des Erzherzogs Absicht war, alles an der unteren Drau zu vereinigen, um dann wieder tätig wirken zu können. Lange erfuhr man nichts von dem Schicksale, welches die zwei Sperrpunkte getroffen hatte; erst einige Wochen später liefen durch ranzionierte und durch die feindlichen Zeitungen Nachrichten darüber ein. Jene, die von Gliedern aus der Besatzung gebracht wurden, verdienen, da sie alle gleich lauten, den Glauben. Am 14. wurde der Predil und Malborghet besetzt. Im ersteren befehligte Hauptmann Her­mann des Ingenieurkorps mit 222 Szluinern, in letzterem Hauptmann Hensel des Ingenieurkorps, Hauptmann Kupka von Franz Karl mit einer Kompagnie Ogulinern und einem gemischten Kommando. Das Fort am Tschalavai bei Malborghet bestand aus zwei gezimmerten Blockhäusern, umgeben von Brustwehren, an denen einige Batterien angebracht waren; das Ganze lag auf einer Anhöhe, die das Tal von Malborghet bestrich, oberhalb dem Eisenhammer. In einigen Monaten war es er­dichtet worden und war haltbar; jenes auf dem Predil war ein auf der höchsten Kuppe, wo die Straße geführt ist, er­richtetes, einfaches, gezimmertes Blockhaus, welches die Straße bestrich. An einem Tage wurden beide umzingelt. Am 16. wurde Malborghet zweimal aufgefordert, jedesmal erfolgte eine abschlägige Antwort; da das Kanonenfeuer die Vorrückung auf der Straße hinderte, so ließ der Feind am 17P), nachdem er alle überhöhenden Gebirge besetzt hatte, von allen Seiten Sturm laufen und es gelang ihm hineinzudringen. Der größte Teil der Besatzung- wurde nach einer tapferen Gegenwehr niedergemacht, es fielen beide Kommandanten, der Hauptmann Hensel schwer verwundet durch jenen Offizier kaltblütig erstochen, der die Feste auf­gefordert hatte. Nur einige wurden zu Gefangenen gemacht, diese sogleich weggeführt und einige davon hinauf zum Blockhaus am Predil, um der dortigen Besatzung ihr ge­habtes Schicksal zu erzählen. Hauptmann Hermann hatte bis dahin sich gehalten; diese Schilderung konnte nicht Es war General Fontanelli, der stürmen ließ, meist Italiener unter ihm. Grenier unterstützte ihn.

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