Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

ii7 ihn der Feind an, er zog sich nach einem heftigen Wider­stande nach Cortina zurück1): erbesetzte mit einer Division den Kreuzberg, am 12. waren feindliche Posten bis auf den Katharinaberg bei Auronzo. Der Major Toperczer war den 8. nachts von Vidor abgerückt, durch das Marenatal langte er den 9. früh zu Serravalle an. In Conegliano stand der Feind, daher zog er sich nach Santa Croce und Farra, versenkte seine zwei Kanonen in den See und rückte hierauf nach dem Cansiglio und herab nach Dardago. Um 10 Uhr abends hatte er diesen Ort erreicht. Der Feind stand in Aviano; der Major, nicht mehr im stände zu folgen, blieb dort. Hauptmann Faverge führte das Bataillon über das Gebirge nach Barcis, wo es den 12. ankam. Von da aber über Poffabro, Navarons durch das Tramontetal und den Monte Rest in das Tagliamentotal, wo er, da der Feind ihm die Vereinigung zur Armee unmöglich machte, sich nach Forno und Ovaro wandte, wo er zu zwei Kompagnien Grenzer stieß, die von Tirol aus über Sappada kamen; durch diesen Marsch stieß das Bataillon zum Korps in Tirol und wurde gerettet. Der Erzherzog hatte dem General Zach den Befehl erteilt, die Blockade von Palma aufzuheben und sich hinter den Isonzo zu ziehen und dort mit GM. Kálnássy zu ver­einigen. In Steiermark war indes die nördliche Grenze bedroht, am 6. zeigten sich Feinde gegen den Pyhrn und Altenmarkt. FML. Hiller war in vollem Rückzuge und wurde den 7. in St. Pölten erwartet. In Wien wurden die Verteidigungsanstalten betrieben, doch waren sie viel zu spät veranlaßt; alle Äußerungen ließen eine hartnäckige Verteidigung der Stadt vermuten. Auf den Landsturm rechnete man, auch sollte er in Steiermark aufgeboten werden, da doch nichts veranstaltet war, daß man ihn hätte ver- *) *) Den Angriff bei Fortogna wies Zuccari zurück; 8. bis 9. blieb er dort, am IO. griff ihn der Feind an. Bei Perarolo warf er die Brücke db und verrammelte sie, auf den Höhen stellte er Hauptmann Stephanetz mit 50 Schützen bei Le Seghe d’Ansogne ; diese schossen dem Feinde die Pferde nieder, so daß er die Kanonen in die Piave warf. Leider wurde Zuccari schwer verwundet und mußte sich wegbringen lassen, worauf alles zurück sich zog.

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