Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
Treviso zeugten, daß dort ein Gefecht begonnen hatte. Der Feind hatte nach dem Abzüge der Armee von der Etsch eine Kolonne über Padua rücken lassen, die sich dann mit der Besatzung von Venedig vereinigte. Nachrichten gaben diese Kolonne auf 10.000 bis 11.000 Mann an. Oberstleutnant Collenbach besetzte die Stadt und die Ufer des Sile, die minder wichtigen Posten mit der Landwehr des Grazer Kreises, die anderen mit dem Regiment Franz Karl und Otocaner; alle Angriffe des Feindes wurden abgewiesen1). Als es Nacht wurde, zog sich der Feind zurück, um io Uhr nachts stieß Oberstleutnant Hirsch zu ihm und nun trat alles den Rückzug hinter die Piave an. Noch an diesem Abend brach das 9. Korps nach Vidor auf, wo eine Brücke geschlagen war. Am 6. rückte die Armee mit Tagesanbruch über die Piave, das 9. Korps war bei Vidor über diesen Fluß gesetzt und rückte über Collalto um 5 Uhr nachmittags ins Lager; die abgebrochene Pontonsbrücke langte erst bei Nacht ein. Das 8. Korps setzte bei Narvese, Oberstleutnant Collenbach bei Lovadina über die Piave, das Lager wurde bei Susegana und Bocca di Strada bezogen ; die Brücke bei Narvese wurde abgebrochen, jene bei Lovadina verbrannt; die Vorposten standen längs der Piave. Die Landwehr sammelte sich hinter Conegliano, Schmidt hatte seinen Vormarsch durch das Piavetal angetreten, Zuccari Primolano verlassen, um nach Feltre zu gehen. Abends zeigten sich feindliche Patrouillen am jenseitigen Ufer; an diesem Tage schrieb der Erzherzog an den FML. Jellacic, um ihn in die Kenntnis der Ereignisse zu setzen und teilte ihm seine Gedanken über die Verteidigung der ihm angewiesenen Landstrecke mit* 2). Dem Es waren das 18., 22., 23. Infanterieregiment und 2 Kavallerieregimenter, die ihn angriffen. Collenbach hatte IO Kompagnien Franz Karl, 10 Kompagnien Landwehr, 8 Dreipfünder, 1 Division Husaren ; er hatte die Wälle und die Tore der Stadt am rechten Sileufer besetzt, auf den Plätzen stand die Reserve. Bis an die Tore drang der Feind vor, beschoß die Stadt. Mehrere Angriffe wurden abgeschlagen, der Feind zog sich zurück, der Verlust war 26 Tote, 65 Blessierte, 97 Vermißte. 2) Es wurde ihm aufgetragen, das Gebirgsland von Salzburg zu behaupten, die Eingänge des Salzkammergutes zu besetzen, das Volk daselbst aufzubieten und zu bewaffnen, die Verbindung mit Tirol zu unterhalten. Radstadt sei sein